Islam verflucht den Terror

Der Islam Verurteilt den Terrorismus

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Die Auffassung des Korans zu Scharia, Dschihad und Krieg

Und so machten Wir euch zu einem Volk der Mitte, auf dass ihr Zeugen für die Menschen seid. Und der Gesandte wird für euch (vor Allah) Zeuge sein. Und Wir setzten die Qibla, die du früher hattest: fest, um zu wissen, wer dem Gesandten folgt und wer auf seinen Fersen eine Kehrtwendung macht. Wahrlich, schwer ist es, doch nicht für die, welche Allah geleitet hat. Und Allah lässt eueren Glauben nicht verloren gehen. Siehe, Allah ist wahrlich gütig und barmherzig gegen die Menschen.
(Koran, 2:143)

Es gibt zwei Konzepte, die immer wieder von Radikalen ausgebeutet werden, wenn sie terroristische Akte angeblich im Namen der Religion des Islams begehen, wenn sie versuchen, den Islam als eine Religion der Gewalt darzustellen: Scharia und Dschihad.

Wie Gott ausdrücklich im Vers 12:111 des Korans aussagt, ist der Koran "eine Erklärung aller Dinge", obwohl die Radikalen erfundene Hadithe zu Rate ziehen und zur Anleitung nehmen, als würde der Koran nicht vollständig ausreichen. Aus diesem Grund haben sie auch durch die Geschichte hindurch die Auffassung verbreitet, dass die Gebote des Korans "nicht ausreichend" wären (Der Koran ist hiervon ausgenommen). Daraus haben sie die falsche Vorstellung entwickelt, dass der Koran unverständlich sei und er die Hadithe braucht (Der Koran ist hiervon ausgenommen). In Wahrheit, teilt uns Gott aber mit, dass der Koran klar und leicht verständlich ist.

Bis zum heutigen Tag gelten die Hadithen als Worte des Propheten (fsai) . Während einige vollständig glaubhaft sind und akkurat in Zitierweise und Praxis, wurden andere mit Fortdauer der Zeit verwässert und bei einigen anderen wurde sogar der Sinn komplett entstellt. Es gibt zwei Wege, wie man erkennen kann, dass ein Hadith tatsächlich den Worten und dem Vorbild des Propheten (fsai) entspricht und das ist, zu prüfen, ob es in Übereinstimmung mit dem Koran steht und ob es bereits aufgetreten ist. Es ist in der Tat ein schwerer Frevel, zu behaupten, dass Worte und Praktiken, die im Widerspruch zum Koran stehen, tatsächlich dem Propheten (fsai) zuzurechnen wären, da unser Prophet (fsai) allein dem Koran gehorcht hat.

Gemälde vom Nachmittagsgebet, Kairo, John Frederick Lewis, 1847.

Die fehlerhafte Idee, die einige Muslime hervorbrachten, wir könnten den Koran nicht verstehen, hat enormen Schaden in der islamischen Welt gestiftet, da einige Muslime, die so gedacht haben, begonnen hatten, nach erfundenen Hadithen zu leben. Sie haben zum Teil in diesem Zusammenhang sogar den Koran als solchen marginalisiert, indem sie diese angeblichen Hadithen alleine zur Grundlage ihrer Religion machten. Wenn erfundene Hadithen nicht mit dem Koran konform gingen, brachten einige von ihnen sogar die Unverschämtheit auf, zu sagen: "Der Hadith wiegt schwerer als das Gebot des Korans." Hunderte gefälschter Hadithen führten dazu, dass verschiedene Glaubensrichtungen entstanden und es bildeten sich verschiedene Schulen, die einander in zahlreichen Angelegenheiten innerhalb des Islams widersprachen.

Der Allmächtige Gott beschreibt uns den Zustand, in den die islamische Welt gefallen ist, wie folgt: Der Gesandte sagte: "... O mein Herr! Mein Volk hielt diesen Quran tatsächlich für etwas, das man nicht beachten braucht." (Koran, 25:30)

Und es ist in der Tat auch heute das Problem eines großen Teils der islamischen Welt, dass Menschen den Koran als ein Buch betrachten, das abgeschafft worden wäre.

Und sobald der Koran beiseitegelegt wurde, brach die Zeit der "Ijma" an. Ijma bezeichnet wichtige religiöse Figuren, die über die Zeiten fort Befehle bezüglich der Scharia auf der Basis einer deduktiven Analogie herleiteten. Seitdem der Koran von den meisten nicht mehr als Wegweiser genommen wurde, wurden sie unter Tausenden erfundener Hadithen erdrückt und entschieden am Ende, dass "weder der Koran noch die Hadithen die Befehle ordnungsgemäß erklären können". Nach einer Weile begannen die genannten "religiösen Führer" damit, selbst Gesetze im Namen des Islams zu produzieren.

Die Schulen begannen, aneinanderzugeraten, und die Vereinbarungen der muslimischen Gemeinden gerieten in Konflikt mit jenen anderer Schulen. Jedes sogenannten "religiösen Lehrers" eigene Interpretation wurde als Gesetz betrachtet, jede Community richtete sich nach anderen Praktiken und die Umma spaltete sich in unterschiedlichste Denominationen, Klassen und Kleingruppen auf. Der Koran wurde nur noch an die Wand gehängt und still im Kästchen verwahrt. Das Resultat war, dass ein großer Teil der islamischen Welt den Koran "beiseitelegte und ignorierte".

Betrachtet man einige der Gegner des Islams, sehen wir, dass deren Problem ironischerweise exakt dasselbe ist wie jenes der Verkünder des Aberglaubens: Sie lernen den Islam nicht aus dem Koran. Ebenso wie die Verfechter des Aberglaubens konzentrieren sie sich auf fabrizierte Mythen, abergläubischen Traditionen und Interpretationen des Islams, die von manchen religiösen Führern kommen, die ihrerseits nicht mit Koran kompatibel sind. In ihren Augen ist "Islam" der Lebensstil und die Praktiken der Jünger des Aberglaubens. Sie sehen den Islam als vermeintliche Angelegenheit von Historikern, nicht als Glauben, wie er im Koran festgelegt ist. Sie nennen die Praktiken dieser künstlich hergestellten Religion "Scharia" und nicht etwa die Gesetze des Korans. Sie haben auch keine Ahnung von den Werten und Konzepten, die dem Koran innewohnen, dafür umso mehr von den Regeln der falschen Religion, die von den Quacksalbern gefertigt wurde. Indem sie deren Regeln kritisieren, meinen sie, den Islam zu kritisieren. Sie sind dieser Pseudoreligion derartig verfallen, dass sie es nicht glauben, wenn ihnen erzählt wird, dass dies nicht der Islam ist. Und das ist ein außerordentlich gravierender Irrtum.

Diese Leute müssen diese Tatsache auch realisieren, wenn sie den Islam nicht aus philosophischen oder religiösen Gründen heraus ablehnen und wenn sie ernsthaft eine Lösung zur Dunkelheit des fanatischen Denkens suchen. Ihre Religion ist nicht der Islam. Der Koran als solcher reicht für einen Muslim aus. Hadithen sind so lange wahr und glaubwürdig, wie sie mit dem Koran vereinbar sind. Ein Hadith, der nicht mit dem Koran kompatibel ist, hat hingegen keinen Platz im Islam. Wenn ein Muslim den Islam nicht im Koran finden kann, bedeutet das, dass er nach einer anderen Religion sucht und die Scharia dieses Glaubens nicht der Islam ist.

Die wahre Scharia im Koran

Das Wort "Scharia" bedeutet "Pfad". Ein Muslim kann leicht erklären, welchem "Pfad" zu folgen ist, wenn er in den Koran blickt. Einige wenige Dinge sind ungesetzlich laut dem Koran, und diese sind durch explizite Verbotsanordnungen benannt. Diese sind auch nicht offen, um diskutiert oder interpretiert zu werden. Morden, Ehebruch, Zinsen nehmen, Schweinefleisch essen oder Blut zu trinken sind alles ungesetzliche Handlungen, die in deutlichster Weise im Koran angesprochen werden. Und dies ist ein sehr wichtiges Charakteristikum des Korans: Menschen, die auf dem Wege der Interpretation mit Verboten ankommen, tun dies im Lichte ihrer eigenen Leidenschaften und produzieren nur ihre eigenen Ableitungen.

"Verboten hat er euch nur Krepiertes und Blut und Schweinefleisch und das, worüber ein anderer als Gott angerufen wurde." (Koran, 2:173)

Gott selbst offenbart im Koran, dass es immer Leute geben wird, die Vorschriften über das, was gesetzlich oder ungesetzlich ist im Namen des Islams, selbst zusammenzimmern:

"Und sagt nicht von dem, was eure Zungen als Lüge behaupten: "Und sprecht nicht mit lügnerischer Zunge: 'Das ist erlaubt, aber das ist verboten', um über Gott Lügen zu ersinnen. Denjenigen, die gegen Gott Lügen ersinnen, ergeht es bestimmt nicht wohl." (Koran, 16:116)

Von der Zeit unseres Propheten (fsai) an, kamen zahllose Gemeinschaften auf, die Lügen gegen Gott erfanden. Da diese Gemeinschaften nicht den Koran als Richtschnur genommen hatten, konnten sie, was immer sie wollten, für halal oder haram erklären. Jedenfalls gibt es auch Communitys, deren Charakteristiken Gott im Besonderen betont: "Sie machen die guten Dinge, die gesetzmäßig gemacht wurden, ungesetzmäßig."

Gott sagt im Koran: "O ihr, die ihr glaubt! Verbietet nicht die guten Dinge, die Gott euch erlaubt hat, aber übertretet auch nicht. Siehe, Gott liebt nicht die Übertreter." (Koran, 5:87)

Dieses abergläubische System der Raserei, das im Namen der Scharia errichtet wurde, obwohl es völlig inkompatibel mit dem Islam ist, ist das Resultat einer Distanzierung vom Koran. Die wahre Scharia, die in Versen offenbart wurde, kann wie folgt beschrieben werden:

Die Scharia des Korans bedeutet Liebe, Respekt, Aufmerksamkeit und Schutz gegenüber Menschen aller Glaubensüberzeugungen und Weltanschauungen. Die Scharia des Korans besteht auf Demokratie, und die Freiheit der Ideen bleibt aufrecht. Unter der Scharia des Korans sind die Menschen wissbegierig, gebildet, weltoffen, respektvoll gegenüber anderen Ideen, glücklich, interessiert, modern, nach hoher Qualität strebend, optimistisch, sie bringen Kunst und Wissenschaft Wertschätzung entgegen und erkennen den Wert von Liebe und Freundschaft. Es gibt keinen Hass, keine Intoleranz, keinen Konflikt, Kampf, Despotismus, keine Prahlerei, kein Unglück, keinen Zorn und keinen Krieg unter der Scharia des Korans.

Das Versagen bei der Umsetzung des im Koran offenbarten, wahren Systems der Scharia, welches die oben bezeichneten Freuden mit sich bringen würde, und die Gewalt, Lieblosigkeit, Mangel an Qualität und Zwang, die aus der Fehlinterpretation der falschen Scharia als der Scharia des Korans herrührt, aufheben würde, ist auf jeden Fall eine sehr schreckliche Entwicklung: Dennoch ist es nicht angebracht, dem Islam dafür die Schuld zu geben. Diejenigen, die dem Islam die Schuld geben, richten gravierenden Schaden an, indem sie versuchen, diesen als die einzige Antwort auf Radikalismus, Gewalt und Verwilderung zu eliminieren. Sie ebnen vielmehr den Radikalen die Bahn, indem sie versuchen, den Islam vermeintlich zu schwächen. Es sind nicht ihre Anschuldigungen und die Waffen, die sie bauen, die den Radikalismus und Irrglauben eliminieren werden, die im Namen des Islams auftreten. Sie werden dies nur mittels der Konzeption des wahren Islam bewerkstelligen können. Es ist ein Problem des falschen Glaubens und falscher Glaube kann nur überwunden werden, indem man ihn durch den richtigen ersetzt.

Die Scharia im Koran fordert, dass Muslime modern, gepflegt, edel, klug, kulturell, demokratisch, aufgeschlossen, respektvoll gegenüber jeder Meinung und liebevoll sind. Das Fundament der Scharia im Koran ist die Brüderlichkeit, der Frieden und die Liebe. Der Koran hat den Muslimen Krieg, Grausamkeit, Hass, Zorn und Konflikte verboten. Diejenigen, welche die wahre Scharia kennen wollen, müssen sich nur an den Koran wenden.

Der wahre Dschihad im Koran

Waging jihad

DIESE HASSERFÜLLTEN SZENEN REPRÄSENTIEREN NICHT DEN ISLAM.

Im Islam heißt der „Dschihad“ die Bemühung, um die Gegenseite zu informieren, die schöne Moral zu lehren und den Menschen vom Schlechten abzuwenden. Jene die im Namen des „Dschihads“ Massaker anrichten, handeln nicht nach dem Koran.

Im Dschihad nach dem Koran wird niemand getötet. Im Dschihad des Korans regnet es keine Bomben. Es gibt keine Selbstmordattentäter oder feigen Angriffe, wie das Rasen in eine Menschenmenge. Es gibt keinen Hass und kein Verfluchen von Menschen im Dschihad des Korans. Die Kinder des Propheten Abraham (fsai) , des Propheten Jakob (fsai) und des Propheten Moses (fsai) werden nicht mit Flüchen belegt im Dschihad des Korans. Im Gegenteil, auf die Linie der Propheten wird mit Respekt, Höflichkeit und Ehrfurcht zurückgeblickt. Es gibt keine Drohungen und Einschüchterungen im Dschihad des Korans. Der Islam ist nicht der Glaube für so etwas.

Es gibt kein Abschlachten, keinen Tod, Hass, keine Wut im Islam, ebenso wenig wie im Christentum und im Judentum. Deshalb lügt einer, oder er wurde falsch unterrichtet, wenn er sagt, er habe aus dem Koran gelernt, dass er töten, Bomben legen oder Menschen verfluchen müsste. Ein Radikaler, selbst wenn er behauptet, er wäre ein Muslim, folgt in Wirklichkeit einem abergläubischem Glauben, der aus dem alleinigen Grund des Tötens, Bombenlegens oder Verfluchens (anders als im Koran) wegen erfunden wurde. Dieser falsche Glaube stammt nicht aus dem Koran.

Die Anhänger dieses Aberglaubens haben möglicherweise noch nie unser heiliges Buch, den Koran, das sie küssen und mit dem sie ihre Stirn berühren oder das sie an die Wand hängen, gelesen. Das ist die Art des Glaubens, in der alles dunkel ist. Er bietet Hass statt Liebe an, Zorn statt Anteilnahme, Feindseligkeit statt Bruderschaft, Trübsal statt Schönheit und Ignoranz statt Kunst, dem Schönen, den Wissenschaften und der Kultur. Es ist leicht, jemandem, der einen solchen Aberglauben annimmt, eine Schusswaffe in die Hand zu geben. Es ist leicht, zu sagen: "Diese Gemeinschaft ist unser Feind." Es ist leicht, eine solche Person aufzuhetzen. Es ist leicht, Gemeinschaften der Wut aufzubauen.

Warum aber existieren Radikalismus und Bigotterie? Die Antwort ist klar: Weil es das ist, was vielen Menschen gelehrt wird. Sie kennen keinen anderen Glauben. Dieser Aberglaube ist auch alles, was die Radikalen, die im Namen des Islams auftreten, als Islam kennen. Man hat sie in der Unwissenheit, im Ghetto belassen. Man hat sie von Gesellschaft, Kunst und Wissenschaft weggeführt. Man hat sie fehlinformiert über das Konzept des "Dschihad" und sie haben es falsch angewendet, weil man es ihnen falsch beigebracht hat. Sie dachten stets, dass, wenn sie die Unwahrheiten ausführten, die man ihnen beigebracht hatte, etwas Gutes täten. Sie hätten sich niemals vorstellen können, dass sie in Wahrheit sich selbst, ihrem Glauben, ihren eigenen Familien, ihren eigenen Völkern und, natürlich, ihren Mitmenschen schaden würden. Dennoch ist der "Dschihad", wie er im Koran beschrieben wird, wesentlich anders als das Bild davon, das die Radikalen zeichnen.

Aber was bedeutet dann das Wort "Dschihad"?

Das Wort kommt vom arabischen Wort "jahd". Seine Bedeutungen sind 1.) arbeiten, sich bemühen; Entschlossenheit, Durchhaltevermögen und Opferbereitschaft zeigen sowie 2.) sein eigenes niederes Ich zu kontrollieren. Auf der Basis dieser Definitionen heißt den Dschihad auszurufen im Islam, seine Mitmenschen zu informieren, Menschen wahre moralische Werte zu lehren und sie vom Bösen abzukehren. Dabei muss ein Muslim sein eigenes niederes Ich in die Richtung moralischer Tugenden bewegen und sich selbst dazu erziehen, jemand zu sein, der weit von Wut und Hass entfernt ist.

Mit anderen Worten: Was ein Muslim, der sich im Dschihad engagiert, machen muss, ist auf der einen Seite, sich selbst zu schulen und auf der anderen Seite, Menschen die Wahrheit und das Gute zu lehren. Er muss ein Vorbild sein mit seinen eigenen moralischen Werten, um Liebe, Frieden und Empathie zu verbreiten und um Menschen vom Bösen abzukehren.

Das Wort "jahd" wird im Koran zu keiner Zeit in einem anderen Sinn verwendet. Diejenigen, die Gräueltaten verüben und Menschen töten im Namen des "Dschihad" und sich dabei auf den Koran berufen, lügen entweder oder wurden falsch unterrichtet.

In den Augen des Korans begehen diejenigen, die im Namen des "Dschihad" Menschen abschlachten, die Cafés oder Konzerthallen stürmen, die als Selbstmordattentäter ihr eigenes Leben wegwerfen und jenes wehrloser Zivilisten und diejenigen, die zum Krieg aufstacheln, schwere Sünden. Wir werden auf die falschen Hadithen, auf die sich diese Leute berufen, um ihre Aggression vermeintlich zu rechtfertigen, sowie auf die im Sinne des Krieges missinterpretierten Verse des Korans in späteren Kapiteln noch näher eingehen. Es gibt jedoch einen wichtigen Punkt, an den man sich hier erinnern muss; nämlich, dass die Mehrheit der Radikalen ihre Gewalt aus Unwissenheit heraus ausübt. Sie kennen den wahren Glauben nicht. Die meisten von ihnen haben wahrscheinlich nicht einmal den Koran gelesen. Das ist auch der Grund, warum das Verurteilen, Verfluchen, Bedrohen, Inhaftieren oder Verbannen jener, die im irrigen Glauben, "Dschihad" zu betreiben, töten, nichts bewirkt. Das Problem ist, dass diese Leute nicht mit dem Koran gebildet worden sind und deshalb das Gesetz Gottes nicht verstanden haben. Da dies das eigentliche Problem ist, müssen wir akzeptieren, dass, solange falsche Erziehung andauert, es immer auch Radikale geben wird, die keine Ahnung haben von dem, was sie tun. Wenn einer das Problem richtig versteht, wird er auch erfassen können, dass das Einzige, was diejenigen, die Gewalt und Terror im Namen des Dschihad brauchen, richtige Bildung und Erziehung sind.

Sich selbst zu töten ist kein "Dschihad", sondern im Koran verboten

Die hauptsächliche Weise, in der im Laufe der letzten 20 bis 30 Jahre Terrorakte verübt wurden, vor allem durch die terroristischen Gruppen aus dem Nahen Osten, waren Selbstmordanschläge. Sich selbst zu töten, Selbstmord zu begehen, ist eine Sünde in den Augen des Korans. Aber wie kann ein Mensch nur Bomben um seinen Brustkorb schnallen und in eine Menge laufen, um sich dort in die Luft zu sprengen, oder einen mit Sprengstoff bestückten Wagen mitten in eine Menschenmenge steuern?

Die Mehrheit der arabischen Länder wurde in gewissem Ausmaß vom Nachkriegskommunismus beeinflusst. Die Ba'ath-Partei wurde in Ägypten, Syrien und im Irak stark, unter chinesischer Führung wurde der Shanghai-Block stark und nahm stillschweigend arabische Länder und den Iran unter seine Fittiche, al-Fatah, die unter der Führung Yassir Arafats wuchs, hatte nie ihre sozialistischen und kommunistischen Anwandlungen abgelegt. Es ist kein Geheimnis, dass arabischer Sozialismus und Nationalismus viel Blut vergossen haben in den arabischen Ländern. Diejenigen, denen das nicht bewusst ist, sollen sich die nunmehrige Situation in den betroffenen Ländern ansehen oder die Art und Weise vergegenwärtigen, wie das Erbe Hafez al-Assads in Syrien weitergeführt wird.

Eine Verwilderung dieser Art ist in einem sozialistischen oder kommunistischen Denksystem unvermeidlich. In dieser falschen Weltsicht wird das Beenden des eigenen Lebens ebenso als Beitrag zum "Fortschritt" der Welt und zur eigenen Sache angesehen wie das Beenden des Lebens eines anderen.

Aus diesem Grund ist in den Augen dieses barbarischen Systems das Beenden des als wertlos angesehenen eigenen Lebens zum Zwecke des Beendens anderer – ebenfalls als wertlos angesehener – Leben umso mehr als Beispiel gebend angesehen. Das ist eine völlig verquere Logik, aber dies sei Gegenstand einer separaten Kritik.

Einige Leute, die über den Islam falsch informiert wurden, glauben fälschlicherweise, dass dieser Selbstmordattentate erlauben würde, obwohl er in Wahrheit eine Religion des Friedens und der Liebe ist. Der wichtigste Grund für diese Fehleinschätzung ist das Bemühen der genannten terroristischen Organisationen, diese widerlichen Akte, die der Islam verbietet, mittels zahlreicher erfundener Quellen und Interpretationen zu legitimieren. Wenn ein Selbstmordbomber behauptet, er würde seinen Terrorakt im Namen des Islams vollziehen, ist das eine Schande und eine Verleumdung des Islams. Dies sind die gravierendsten und schlimmsten Irrtümer, denen man unterliegen kann.

Sich selbst zu töten (Selbstmord zu begehen) ist nicht „Dschihad“. Es ist im Koran absolut verboten und eine große Sünde.

Jene, die im Namen des Dschihads Menschen ermorden, als Selbstmordattentäter ihr eigenes, zugleich das Leben schutzloser Zivilisten nehmen, richten ein schwerwiegendes Delikt an und handeln gegen ein Verbot des Korans.

Ein Muslim darf niemans töten. Es ist eine Sünde. Gott offenbart im Koran, dass "...wer einen Menschen tötet, ohne dass dieser einen Mord begangen oder Unheil im Lande angerichtet hat, wie einer sein soll, der die ganze Menschheit ermordet hat. Und wer ein Leben erhält, soll sein, als hätte er die ganze Menschheit am Leben erhalten…" (Koran, 5:32)

Dieser Vers ist eindeutig. So wie es eine Sünde und Mord ist, einen anderen zu töten, so ist es auch eine Sünde und Mord, sich selbst zu töten. Es ist deshalb auch kein "Dschihad", sondern eine Sünde, sich selbst in einem Restaurant in die Luft zu sprengen. Diejenigen, die mit Fahrzeugen Menschen an Bushaltestellen oder Marktplätzen überfahren, führen keinen Dschihad, sondern begehen ein Verbrechen. Diejenigen, die so etwas ehren oder glorifizieren oder denken, diese Person sei ein "Märtyrer" geworden, applaudieren Mord und nicht einem Dschihad. Wehrlose Zivilisten gemeinsam mit sich selbst zu töten, ist nicht Dschihad, sondern Mord. Dschihad bedeutet, andere durch Wissen und Wissenschaft zur Wahrheit zu führen und Kommunikation auf der Basis von Liebe und Respekt zu schaffen; nicht, andere zu töten.

Märtyrertum bedeutet, zu sterben, während man auf den Pfaden Gottes strebt und versucht, Liebe, Freundschaft und Brüderschaft zu verbreiten, wie es der Islam verlangt – mit freundlichen Worten und durch Güte. Töten ist Mord und eine Sünde, keine Tugend, die geehrt werden darf. Und diejenigen, die Anschläge auf Zivilisten verüben, erreichen nicht den Rang des Märtyrertums, sondern begehen das Verbrechen des Mordes.

Selbstmordattentäter und ihre Unterstützer verbreiten jedoch die Propaganda einer Religion, die den Tod anderer befiehlt. Diese Religion ist auch nicht die Religion Gottes. Sehr wenige derjenigen, die diesem Glauben anhängen, dürften dies bemerken. Es gibt viele Leute, die denken, ihre falsche Religion wäre richtig und die dieser anhängen wollen.

Das tatsächliche Problem ist: Menschen, die ihre eigene Religion nicht kennen, werden verwirrt und in Richtung des Nonsens geführt. Und wenn sie nicht ihre eigene Religion und wahre Liebe im Koran erlernen, werden sie weiterhin als Selbstmordattentäter in Erscheinung oder als diejenigen, die diese ermuntern oder ehren. Militärische Maßnahmen sind nicht der richtige Weg, um sie die Wahrheit zu lehren. Der einzige richtige Weg ist richtige Bildung. Und um diese richtige Bildung zu gewährleisten, müssen Menschen der Liebe unter aufrichtig gläubigen Muslimen, Christen und Juden zusammenkommen. Ist es uns erst einmal gelungen, die Kraft der Einheit zu errichten, werden die Menschen, die sich auf dem falschen Weg befinden, anfangen, dem richtigen Weg zu folgen.

Welche sind die Gründe für die Zunahme von Selbstmordattentaten?

Politisch inspirierte Selbstmordattentate kamen im Mittleren Osten während der 1980er Jahre auf, während des libanesischen Bürgerkrieges, als die Hisbollah begann, mittels dieser Taktik ihre Ziele anzuvisieren. Von damals bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts wurden in verschiedenen Teilen der Welt etwa 200 Selbstmordattentate ausgeübt. Erst im Laufe der 2000er, als diese Angriffe immer stärker in die Schlagzeilen rückten, stieg auch ihre Frequenz immer stärker an und erreichte insgesamt eine Anzahl von 3500 über die letzten 30 Jahre. Allein im Jahre 2013 wurden insgesamt 291 Selbstmordanschläge in 18 Ländern der Erde durchgeführt, welche 3100 Menschen das Leben kosteten und gegenüber dem Jahr zuvor, als 230 Anschläge dieser Art stattfanden, eine dramatische Steigerung von 25 Prozent markierten.

Die meisten dieser Anschläge fanden in muslimischen Ländern statt. Im Mittleren Osten, allen voran im Irak, ereigneten sich im Laufe der letzten zehn Jahre zu viele Selbstmordanschläge, als dass ihre Anzahl noch seriös beziffert werden könnte. Auch Afghanistan, Pakistan, Syrien, der Libanon, Tunesien, Libyen, Somalia, Mali und Nigeria sind unter jenen Ländern, die regelmäßig von Selbstmordanschlägen getroffen werden.

Was aber war der treibende Faktor hinter diesen Anschlägen? Ein entscheidender Umstand ist die politische Instabilität in diesen Ländern. Ungeachtet der allgemein verbreiteten Annahme, dass sich Selbstmordanschläge vor allem gegen Besatzungsmächte richten würden, fanden nur 32 Prozent all dieser Anschläge in Ländern statt, in denen sich fremde Armeen befanden. 68 Prozent der Attentate richteten sich gegen die eigenen Landsleute – in anderen Worten: Hauptsächlich waren unschuldige Zivilisten die Opfer dieser Angriffe.

In Ländern wie dem Irak und Syrien werden die Anschläge üblicherweise durch konfessionelle und ethnische Differenzen begünstigt, während sie in Ägypten meist im Zusammenhang mit Konflikten zwischen säkularen nationalistischen Gruppen und so genannten "islamistischen" Gruppen auftreten. Die Selbstmordanschläge zielen meist auf die am dichtesten bevölkerten Ecken wie Restaurants, Märkte, Moscheen und öffentliche Verkehrsmittel; Plätze, wo sich viele Zivilisten aufhalten und wo Frauen, Kinder und Ältere die vorwiegenden Ziele dieser Attacken darstellen. In der Tat finden Anschläge dieser Art sogar während der Gebetszeiten statt, wenn sich Muslime zum Freitagsgebet versammeln, wie dies im Irak der Fall war; oder während religiöser Feierlichkeiten wie im Jemen. Dies gibt äußerst stark zu denken.

Verlangt man von den Verantwortlichen eine Begründung für ihr Tun, erklären sie auf Grund ihres fehlenden Bildungshintergrundes und ihres fehlenden Bewusstseins für wahre moralische Werte des Korans, die Vergebung, Frieden und Liebe verkörpern, sie würden diese Gräueltaten im Namen des Islams begehen. Aus diesem Grund stellt es eine besondere Priorität dar, die Moral des Islams auf der Basis des Korans zu erklären. Es ist essenziell, weltweit zu diesem Zweck eine Kampagne zu starten.

A. Die Selbstmordanschläge, 1970-2013
a. 1980s - Selbstmordanschlag (31)  Kein Selbstmordanschlag (31, 137)
b. 1990s - Selbstmordanschlag (121) Kein Selbstmordanschlag (28, 664)
c. 2000s - Selbstmordanschlag (1.552) Kein Selbstmordanschlag (23, 440)
d. 2010s* - Selbstmordanschlag (1.387) Kein Selbstmordanschlag (28, 916)
e. Selbstmordanschlag
f. Kein Selbstmordanschlag
x. Jahr

Was über den Krieg im Islam missverstanden wird

Ein Muslim ist dafür verantwortlich, ausnahmslos an jeden Vers des Korans zu glauben

Der Grund für diesen Abschnitt ist, dass es erforderlich ist, die falsche Natur von Behauptungen zu zeigen, die von Fanatikern aufgestellt werden, die dem Islam ihren Aberglauben beigesellen wollen, und auch einigen Gegnern des Islams deutlich zu machen, dass sie falsch liegen, wenn sie im Gegenzug die wenig bekömmliche Idee jener Fanatiker, wonach einige Verse des Korans nicht mehr gültig wären, für ihre Zwecke nutzen (der Koran ist natürlich darüber erhaben). Sie zitieren den 106. Vers der Sure Al-Baqara als angeblichen Beweis für ihre Behauptung, in dem es heißt:

"Was Wir auch an Versen aufheben oder in Vergessenheit fallen lassen, Wir bringen bessere oder gleichwertige dafür. Weißt du nicht, dass Gott über alle Dinge Macht hat?" (Koran, 2:106)

Diejenigen, die ihre Zungen gegen den Koran verdrehen, interpretierten diesen Vers auf falsche Weise und legen ihn als vermeintliche Ermächtigung dar, ihren eigenen Aberglauben den Versen hinzuzufügen. Sie haben in ihrem Wahnsinn gedacht, sie könnten einige Verse für ungültig erklären und durch gefälschte Hadithen ersetzen. Einige Islamgegner behaupten andererseits, dass es einige Verse über den Gebrauch von Giften oder den Krieg gäbe, die nicht mehr anwendbar wären und versuchen, die Muslime entlang der Fronten jener, die diesen Vorstellungen folgen, und jenen, die dies nicht tun, zu spalten.

Das arabische Wort "ayat" in der Wendung "Was wir an Versen aufheben" steht im Singular. Der Begriff bedeutet, wenn er in dieser Form gebraucht wird, "Zeichen" oder "Wunder". Wenn das Wort "ayat" im Singular im Koran verwendet wird, heißt es immer Beweis oder Zeichen, und so wird es auch in allen anderen Versen übersetzt. Das Wort "ayat", das auf die Verse des Korans hinweist, kommt nie in einer Singularform des Korans vor.

Die Bedeutung ist deshalb hier nicht "Verse des Korans", sondern "Zeichen, Regeln und Scharia", die diesem vorgingen. Dem Vers entsprechend wurden vorislamische Praktiken und Befehle früherer Gemeinschaften, denen Heilige Bücher gesandt wurden, also jene von Juden und Christen, die im Laufe der Zeit in Vergessenheit gerieten, durch den Koran entweder wieder ins Leben gerufen oder ihnen wurde abrogiert. Was Letztere anbelangt, hat der Koran gleichwertige oder bessere Formen hervorgebracht.

Wir müssen uns auch auf die Worte "oder in Vergessenheit geraten lassen" in diesem Vers konzentrieren. Damit ein Befehl einem anderen abrogieren kann, muss der frühere erst einmal "in Vergessenheit geraten" sein. Da der Koran seit 1400 Jahren unverändert ist, stellt sich bei ihm die Frage nicht, ob ein Vers den anderen ersetzt habe. Die Befehle, von denen Fanatiker behaupten, ihnen sei abrogiert worden, stehen immer noch im Koran. Dies macht deutlich, dass es hier nicht darum gehen kann, dass ein Vers dem anderen abrogiert, sondern dass sich die Abrogation auf Befehle bezieht, die im religiösen Rechtsbestand früherer Gemeinschaften enthalten waren, aber seither vergessen wurden. Befehle, die früheren Gemeinschaften erteilt wurden, aber die man "vergessen" hat, wurden mit dem Koran wiederhergestellt, entweder in einer gleichwertigen oder günstigeren Fassung als die früheren.

Kurz gesagt: Die Behauptung einiger Gelehrter, dass die Verse des Korans, die Liebe, Barmherzigkeit und Mitgefühl predigen und dazu raten liebevolle Beziehungen mit dem Volk des Buches (Juden und Christen) zu führen, seien nichtig, sind falsch und ungültig. Kein Vers des Korans wurde aufgehoben. Der Koran ist bis zum Jüngsten Tag in seiner Gesamtheit verbindlich und verpflichtend.

Der Koran ist ein "gehütetes" Buch

Wie Gott ausdrücklich in einem Vers mitteilt, ist der Koran ein "gehütetes" Buch.

"Wahrlich, Wir sandten die Ermahnung herab, und Wir wollen fürwahr ihr Bewahrer sein." (Koran, 15:9)

Es ist in einem "gehüteten" Buch, dessen Gebote allen Muslimen als gültig wahrzunehmen aufgetragen ist, undenkbar, einige Verse als gültig zu betrachten, andere aber nicht. Die Perfektion in der Gesamtheit des Korans, seine mathematischen und wissenschaftlichen Wunder, die Tatsache, dass er ein Leitfaden ist und die Verse darüber, wie er erhalten worden ist, weisen alle die darauf gerichteten Behauptungen von Fanatikern und einigen Gegnern des Islams zurück.

"Diejenigen, welche nicht an die Ermahnung glauben, wenn sie zu ihnen kommt... Es ist wahrlich ein erhabenes Buch! Von keiner Seite kann Falschheit an es herankommen. Es ist eine Offenbarung von einem Weisen, Rühmenswerten." (Koran, 41:41-42)

Wollen wir nun einen Blick darauf werfen, wo alle diese Leute in die Irre gegangen sind.

Die Fehler in der Unterscheidung zwischen den Muslimen der Mekka-Periode und der Medina-Periode

Einige Gegner des Islams bezeichnen moderate Muslime als "Muslime der Mekka-Periode". Nach ihrem Dafürhalten war die Zeit, da unser Prophet (fsai) in Mekka gelebt hatte, eine friedvolle ohne Kriege, und die Kriege hätten erst plötzlich mit dem Gang unseres Propheten (fsai) nach Medina begonnen. Auf dieser Basis behaupten nun einige, dass die Proponenten des Kriegs im Islam lediglich die Verse anerkennen würden, die in der Medina-Periode offenbart worden wären, während friedliebende Muslime lediglich die Verse aus der mekkanischen Periode anerkennen würden.

Wie wir bereits gesehen haben, ist es die essenzielle Vorbedingung für einen Muslim, um die Identität eines Muslims anzunehmen, an alle Verse des Korans zu glauben, ohne Ausnahme. Wer auch nur einen Vers zurückweist, verliert das Attribut, ein Muslim in dem Sinne zu sein, die der Koran beschreibt. In den Augen des Korans bleibt deshalb kein Raum dafür, dass jemand gleichzeitig sagt, er sei ein Muslim, aber dahingehend unterscheidet, als er sagt: "Ich erkenne diesen Vers an, aber nicht jenen".

Es trifft schon zu, dass es in der mekkanischen Periode des Lebens unseres Propheten (fsai) keine Kämpfe gegeben hatte, es allerdings welche in der medinensischen Periode gab und mit Blick auf diese speziellen Schlachten Verse herabgesandt wurden. Um die Gründe dafür zu verstehen, ist es erforderlich, die schwierigen Verhältnisse zu Lebzeiten des Propheten (fsai) zu verstehen.

Die harte Prüfung der Muslime in der mekkanischen Periode

Muslumanlar Mekkede azınlık

Die Muslime lebten als Minderheit in Mekka, in einer heidnischen Ordnung und begegneten großer Unterdrückung. Viele Muslime wurden gefoltert, manche sind dabei gefallen, vielen wurden die Häuser und das Eigentum geplündert, sie begegneten immer Beleidigungen und Drohungen. Trotz dessen lebten die Muslime, ohne Gewalt anzuwenden weiter. Nur entfernten sie sich von den Heiden und luden sie stets zum Frieden ein.

Die Offenbarung an unseren Propheten (fsai) dauerte volle 23 Jahre. Während der ersten 13 Jahre dieser Zeit lebten die Muslime als Minderheit in einer heidnischen Gesellschaft in Mekka und waren starkem Druck ausgesetzt. Viele Muslime wurden physischer Folter unterworfen, manche ermordet, die Häuser und Besitztümer der meisten von ihnen wurden geplündert und sie waren fortlaufend Drohungen und Beleidigungen ausgesetzt. Dennoch lebten die Muslime weiter, ohne zur Gewalt zu greifen, haben lediglich ihre Distanz zu den Heiden gehalten und sie stets auf den Pfad des Friedens eingeladen.

Die Aggression seitens der heidnischen Gemeinschaften blieb dennoch ungemindert aufrecht.

Die Quraisch schienen die Propheteneigenschaft Muhammads (fsai) anfangs als vermeintlich nicht wichtig zu betrachten. Während sie zuerst im Unglauben verharrten, haben sie nicht gegen den Ruf des Propheten (fsai) protestiert, so lange dieser nichts gegen ihre Götzen gesagt hatte. Als sie aber allmählich den Propheten (fsai) sahen, attackierten sie ihn mit Worten. Sie beleidigten und würdigten Muslime auf wenig weise Art herab. Auf diese Weise begann die Periode der "verbalen Angriffe" seitens der Quraisch.

Der Koran beschreibt diese Situation folgendermaßen:

"Die Sünder pflegten gewiss über die Gläubigen zu lachen. Und wenn sie an ihnen vorübergingen, zwinkerten sie sich zu. Und wenn sie zu ihren Angehörigen zurückkehrten, waren sie voll Spott. Und wenn sie sie sahen, sagten sie: "Seht, diese da gehen wirklich in die Irre!" (Koran, 83:29-32)

Mekka war das Zentrum des Götzendienstes. Mekka war Tag für Tag überfüllt mit Menschen, die kamen, um die Ka'aba und die darum aufgebauten Götzenbilder zu besuchen, was den Quraisch ein ansehnliches Einkommen und hohes Ansehen verschaffte.

Die Quraisch betrachteten die Verbreitung des Islams in Mekka als Bedrohung, da sie dachten, dies würde ihren Interessen entgegenlaufen und sie der Gefahr der Feindseligkeit vonseiten anderer Stämme aussetzen. Sie wussten auch, dass der Islam jeden Menschen als gleich betrachten würde und keine Unterscheidung nach Herkunft oder Reichtum machen würde. Aus diesem Grunde waren führende Mitglieder der Quraisch davon überzeugt, dass sie Vorkehrungen treffen mussten, um die Ausbreitung des Islams zu verhindern. Diese "Vorkehrungen" beinhalteten immer wieder auch die Folterung und Tötung von Muslimen." (Ibn Hisham, 1/287)

Gegen Mitglieder der starken und mächtigen Familien wie Hazrat Abu Bakr und Hazrat Uthman vermochten die Heiden jener Zeit nicht viel auszurichten, aber umso grausamer misshandelten sie arme und nicht geschützte Muslime. Unter den berühmten Muslimen, die solchen Misshandlungen ausgesetzt waren, befanden sich Abu Fakih, Khabbab ibn al-Aratt, Bilal ibn Rabah, Suhaib ar-Rumi, Ammar ibn Yasir, Yasir ibn Amir und Sumayyah bint Khayyat.

Der Grund für die Misshandlung der Muslime lag schlichtweg darin, dass sie glaubten und anderen den Islam verkündeten. Aller Unterdrückung, Folter und Gewalt zum Trotz haben Muslime niemals denen Schaden zugefügt, die ihnen Schaden zufügten, da dies eine der Anforderungen des Islams darstellt, und sie haben nicht einmal versucht, sich zu verteidigen, was ihr grundlegendes Menschenrecht gewesen wäre. Dass die Muslime nicht zurückgeschlagen haben, hat die Quraisch nur zu noch stärkerer Aggression und Folter angestachelt. Am Ende töteten sie die Muslime bereits in dem Augenblick, da sie sie sahen.

Als die Verfolgung immer schlimmer wurde, kamen die Muslime, die in keiner Weise darauf reagierten und sich nicht einmal wehrten, weil der Koran jedes Blutvergießen verbot, zu der Erkenntnis, dass sie nicht länger in Mekka bleiben konnten. Dies bedeutete, dass sie gezwungen waren, nach Medina überzusiedeln.

Die Medina-Periode und die Schlachten

Als die Angriffe der Götzendiener in Mekka an Brutalität zulegten, wanderten die Muslime in die Stadt Yathrib aus, die später als Medina bekannt wurde. Dort war das Klima wesentlich freier und freundlicher, und sie errichteten dort ihre eigene Selbstverwaltung. Doch selbst nachdem die Muslime dort ihre eigenen politischen Strukturen errichtet hatten, fanden die Angriffe seitens der Heiden von Mekka kein Ende. Die Quraisch verfolgten die Muslime und behielten ihre gewaltsamen Übergriffe gegen sie bei. Unser Prophet (fsai) und die Muslime um ihn herum suchten jedoch zu keiner Zeit die Konfrontation mit den Götzendienern.

Keine Person, keine Community, kein Land der Welt wird jedoch dauerhaft Attacken unbeantwortet lassen. Sie werden dem Aggressor Widerstand entgegensetzen und sich zumindest selbst verteidigen. Menschen, die sich selbst verteidigen, werden von Gerichten nicht schuldig gesprochen und Staaten, die im Selbstverteidigung handeln, sind durch das internationale Recht gerechtfertigt, weil sie zum Opfer einer ungerechtfertigten Attacke geworden waren und das Leben, das Eigentum, die Ehre der Menschen der betroffenen Länder und ihrer Familien in Gefahr waren.

Unserem Propheten (fsai) wurde die Erlaubnis erteilt, sich selbst und seine Gemeinschaft zu verteidigen. Dies geschah in folgenden Versen, die nach dem Umzug nach Medina offenbart wurden:

"Erlaubnis (zur Verteidigung) ist denen gegeben, die bekämpft werden - weil ihnen Unrecht angetan wurde - und Gott hat gewiss die Macht, ihnen beizustehen. Jenen, die schuldlos aus ihren Wohnungen vertrieben wurden, nur weil sie sagten: 'Unser Herr ist Gott!' Und hätte Gott nicht die einen Menschen durch die anderen abgewehrt, wären (viele) Klöster, Kirchen, Synagogen und Moscheen, in denen Gottes Name häufig gedacht wird, bestimmt zerstört worden. Und wer Ihm helfen will, dem hilft gewiss auch Gott; denn Gott ist stark und mächtig." (Koran, 22:39-40)

Auf Grund dieser Verse begann die muslimische Gemeinschaft, die einzig für ihr Bekenntnis "Unser Herr ist Gott" ungerechterweise ins Exil getrieben worden war, Vorbereitungen für ihre Verteidigung zu treffen. Wie es ausdrücklich in dem Vers heißt, darf eine muslimische Gemeinschaft, "die bekämpft wird, weil ihr ja Unrecht zugefügt wurde", sich verteidigen; es wird ihnen jedoch verboten, selbst anzugreifen. Diesem Vers Folge leistend, begann sich die muslimische Community zu verteidigen und leistete der rücksichtslos angreifenden heidnischen Gemeinschaft Widerstand, die gegen sie vorging. Verse, die den Krieg und die Verteidigung betreffen und die danach offenbart wurden, enthalten Beschreibungen bezüglich Maßnahmen, die damals im Zuge der Kampfhandlungen getroffen wurden. Oder, um es anders zu formulieren: Eine spezielle Beschreibung bezieht sich spezifisch auf die damalige Situation in jenem speziellen Krieg. Deshalb wurden alle Verse über den Krieg im Koran speziell mit Bezug auf jene spezielle Angriffssituation in jenem Krieg, der zur damaligen Zeit in Medina stattfand, offenbart, um uns zu zeigen, in welchen schwierigen Umständen Muslime lebten und wie gerecht unser Prophet (fsai) damals war.

Der Prophet Muhammad (fsai) hat den Muslimen, die den barbarischen Handlungen und Folterungen der Heiden ausgesetzt waren, Erlaubnis für Verteidigungskriege gegeben, die gemäß der Vorschrift der Koranverse war.

Gegen wen wurden die Schlachten in der Zeit des Propheten (fsai) geschlagen? Ein Muslim kann kein Antisemit sein

Ein wichtiger Aspekt, an den es sich zu erinnern gilt bezüglich der Schlachten, die im Koran beschrieben werden, ist die „andere Seite" in diesem Kampf. Einige religiöse und geschichtliche Quellen sagen aus, die Schlachten, die in der Zeit unseres Propheten (fsai) ausgefochten waren, gegen die Juden gingen. Einige Leute, die sich mit diesen Quellen befassen, suchen sogleich nach Antisemitismus im gesamten Koran und behaupten, dass die Verse, die speziell auf die damalige Situation und die damaligen Schlachten gemünzt waren, sich generell gegen die Juden richten würden. Das ist allerdings ein tiefgreifender Irrtum.

Es waren die Heiden, die sich in der Verfolgung unseres Propheten (fsai) und der Muslime hervortaten. Ein großer Teil von ihnen bestand aus Götzenanbetern. Ihr Ziel war es, ihre Götzen und perversen Glaubenssysteme vor allem Schaden zu beschützen. Einige waren Heuchler und Polytheisten, die aus jüdischen Gemeinschaften kamen, aber es wäre sehr falsch, sie deshalb als Juden zu bezeichnen. Es wäre ja auch fehlerhaft, Heuchler und Polytheisten, die aus einer muslimischen Community kamen, als Muslime zu bezeichnen. Einem wahrhaften Juden wäre es unmöglich, Kampfhandlungen anzuzetteln oder Gläubigen das Leben zu nehmen.

Der Koran verflucht Antisemitismus. Aus diesen Grund kommen diejenigen, die nach feindseligen Aussagen gegen Juden im Koran suchen, mit leeren Händen zurück; dies sollten auch Leute verstehen, welche die in Rede stehenden Verse als auf den Kampf gegen Juden bezogen interpretieren. Unser Prophet (fsai) hat immer gute Beziehungen zu Juden gepflegt. Er hat sie mit Respekt und Anteilnahme behandelt und wahrhaft, gläubige Juden haben unseren Propheten (fsai) ihrerseits mit dem gleichen Respekt und der gleichen Anteilnahme behandelt. Wir werden dieses Thema im Abschnitt über die Leute der Schrift später noch einmal im Detail behandeln (siehe Kapitel „Der Blick des Islams auf die Leute der Schrift").

Die Beschreibung des Krieges im Koran

Der Koran ist sehr deutlich dahingehend, wann und in welcher Weise Krieg geführt zu werden hat.

"Und bekämpft auf Gottes Pfad, wer euch bekämpft, doch übertretet nicht. Siehe, Gott liebt nicht die Übertreter." (Koran, 2:190)

Krieg darf nur gegen diejenigen geführt werden, die Muslime angreifen; es muss sich um einen Verteidigungskrieg handeln. Es ist Muslimen im Koran absolut verboten, jemand anderen ohne Grund anzugreifen. In Verteidigungskriegen sind Zivilisten, Frauen, Kinder, ältere Menschen, das Eigentum von Unschuldigen sowie heilige Stätten wie Kirchen und Synagogen unantastbar.

Was Gott den Muslimen im Koran befiehlt, ist, jederzeit die Gerechtigkeit im Mittelpunkt des Handelns zu bewahren, auch wenn sie auf eine Community wütend sind auf Grund ihrer Ungerechtigkeit und ihrer Aggression. Gott offenbart in einem Vers: "O ihr, die ihr glaubt! Steht in Gerechtigkeit fest, wenn ihr vor Gott bezeugt. Der Hass gegen (bestimmte) Leute verführe euch nicht zu Ungerechtigkeit. Seid gerecht, das entspricht mehr der Gottesfurcht. Und fürchtet Gott. Siehe, Gott kennt euer Tun." (Koran, 5:8)

Beispielsweise verbietet es Gott den Muslimen in einem Vers, gegenüber Gemeinschaften Grenzen zu überschreiten, die sie daran hindern wollten, die Ka'aba zu betreten, und er riet ihnen, sie und alle anderen mit Anstand zu behandeln: "... Der Hass gegen Leute, die euch von der unverletzlichen Moschee abhalten wollen, verleite euch nicht zu Verfehlungen. Helft einander zur Rechtschaffenheit und Gottesfurcht und nicht zur Sünde und Feindschaft. Und fürchtet Gott; siehe, Gott ist streng im Strafen." (Koran, 5:2)

Der allmächtige Gott warnt die Muslime, keine Grenzen zu übertreten, auch als sie mit Absicht daran gehindert wurden, ihre religiöse Pflicht der Hadsch (Pilgerfahrt nach Mekka) anzutreten und ungerecht behandelt wurden. Gott verlangt von den Muslimen, auch unter diesen Bedingungen gerecht zu handeln, er befiehlt ihnen, sich wohlzuverhalten und nicht zu erzürnen. Die Muslime haben aus dem Koran heraus die Pflicht, diesem Befehl zu folgen, egal, wie die Umstände sich darstellen mögen.

Der Vers, der die einzige Rechtfertigung für das Kämpfen – nämlich die Selbstverteidigung – beschreibt, enthält also auch noch eine andere Bedingung, unter der Krieg geführt werden darf: nämlich das Vermeiden von Exzessen. Das bedeutet, dass ein Muslim sich darauf beschränken muss, bei der Selbstverteidigung nicht überreagieren und keine anderen als defensive Maßnahmen ergreifen darf. In anderen Worten: Aggression, Gewalt, Zorn und Extremismus sind im Koran verboten.

Andere Verse offenbaren die Verpflichtung, nach dieser Maßgabe lediglich Verteidigungskriege gegen Aggressoren zu führen: "Gott verbietet euch nicht, gegen die gütig und gerecht zu sein, die euch nicht wegen eueres Glaubens bekämpft oder euch aus eueren Häusern vertrieben haben. Gott liebt fürwahr die gerecht Handelnden. Gott verbietet euch nur, mit denen Freundschaft zu schließen, die euch des Glaubens wegen bekämpft oder euch aus eueren Wohnungen vertrieben oder bei euerer Vertreibung geholfen haben..." (Koran, 60:8-9)

Hier wird eine bedeutsame Unterscheidung getroffen: Es ist ungesetzlich für Muslime, Menschen anzugreifen, die diese nie angegriffen haben, selbst solche, die den Muslimen ideell in starker Gegnerschaft gegenüberstehen. Nach diesem Vers ist es den Muslimen lediglich erlaubt, sich in defensiver Kriegsführung gegen Menschen zu engagieren, die sie ihres Glaubens wegen unterdrücken und gegenwärtig physisch gegen sie vorgehen; also gegen Menschen, die – in anderen Worten – Feindseligkeiten gegen die Muslime anzetteln. Jedermann wird sich natürlich verteidigen, wenn er angegriffen wird. Das ist das Recht jeder Person, jedes Volkes, jedes Landes und es ist auch korrekt, dies zu tun.

Dass unser Prophet (fsai) sich bis zur Offenbarung dieser Verse und der damit verbundenen Erlaubnis nie in Selbstverteidigung geübt hatte, zeigt seine außerordentliche Opferbereitschaft und seine religiöse Hingabe. Bis dahin hatte unser Prophet (fsai) ausschließlich den Kompromiss gesucht und versucht, die Gegenseite zu einem solchen zu bewegen, so, wie es im Vers heißt: "... diskutiere mit ihnen auf die beste Art und Weise..." (Koran, 16:125); obwohl es das einzige Ziel der heidnischen Quraisch war, die Muslime zu töten.

Jetzt, wo wir diese wichtige Klarstellung vorgenommen haben, sollten wir all die Verse untersuchen, die von den Verbreitern des Aberglaubens und von den Gegnern des Islams immer wieder bemüht werden, um einen Beweis für die angebliche Zulässigkeit von Gewalt im Namen des Islams anzubieten und ihre Irrtümer in dieser Sache Stück für Stück zu widerlegen.

Bevor wir uns diese Verse ansehen, müssen wir wissen, dass alle Schlachten, die im Koran beschrieben werden, gegen eine spezielle Gemeinschaft zu einer bestimmten Zeit geschlagen wurden, und dass diese speziellen Bedingungen auch in den Versen selbst zum Ausdruck kommen. Es handelt sich um eine polytheistische Gemeinschaft, mit der bereits eine Vereinbarung getroffen worden war. Deshalb waren alle diese Schlachten auch determiniert durch das Verhalten und die Aggression der in Rede stehenden Gemeinschaft, welche die zuvor getroffenen Friedens- und Freundschaftsabkommen gebrochen hat. Die in diesem Zusammenhang herabgesandten Verse betreffen die Sachlage zu jener Zeit und das spezifische Klima. Um diesen Zusammenhang besser zu verstehen, sollten wir uns die Definition des Begriffes "Polytheist" näher ansehen und die Vereinbarungen, die zu jener Zeit mit Selbigen getroffen worden waren.

Polytheisten, mit denen Abmachungen getroffen wurden

Obwohl einigen Kommentaren aus jener Zeit zufolge das Wort "Polytheist" lediglich diejenigen beschreibt, "die Gott Gleiche beigesellen", waren konkret Heiden gemeint, die Götzen angebetet, explizit Gott Gleiche zugeschrieben hatten, an zahllose Gottheiten glaubten und die keine Muslime, Juden, Sabäer, Christen oder Magianer waren.

Während der Koran mehrere religiöse Gruppen erwähnte, die in der Zeit, da der Islam offenbart wurde, im arabischen Raum gelebt hatten, wurden die Polytheisten darin stets als separate Gruppe erwähnt. Obwohl es zu Zeiten unseres Propheten (fsai) , erlaubt war, Frauen zu heiraten und zubereitete Mahlzeiten zu verzehren von der Leute der Schrift, also Juden und Christen, war Gleiches untersagt in Bezug auf die Magianer und Sabäer, und auch mit Blick auf die Polytheisten.

Nachdem unser Prophet (fsai) nach Medina ausgewandert war, hatte er unzählige Vereinbarungen mit polytheistischen Gemeinschaften und Menschen geschlossen, die in der Region lebten, und sie stets dazu eingeladen, zusammenzukommen, um Frieden zu stiften, obwohl die Auffassungen der Polytheisten sehr extrem waren. Dies zeigte damals bereits, dass es möglich ist, dass Menschen mit anderen Menschen, die andere Glaubenssystemen angehörten und andere Sprachen sprechen, in Frieden zusammenleben können.

Einer der eindrucksvollsten Beweise dafür, dass er ein Prophet des Friedens und der Liebe war, ist, dass der erste Text, den er geschrieben hatte, ein Friedensabkommen war. Nachdem er Mekka eingenommen hatte, ließ der Prophet Muhammad (fsai) sogar alle Polytheisten frei, selbst jene, die zuvor Muslime gefoltert hatten, und er behandelte sie mit großer Empathie.

Diese überragende moralische Tugend, die der Prophet Muhammad (fsai) hier offenbart hat, war etwas, das in der arabischen Gesellschaft zuvor noch nie so gesehen war, und sie stieß auf ein hohes Maß an Zustimmung.

Der Prophet (fsai) ist ein Rollenvorbild für alle Muslime, wenn es um die Umsetzung der Gerechtigkeit in den eroberten Gebieten geht. Unser Prophet (fsai) wandte die im Koran offenbarte Gerechtigkeit in den Ländern an, die eingenommen worden waren, und schloss mit ihnen Vereinbarungen, die beide Seiten zufriedenstellten und die keine Seite übervorteilte oder in irgendeine Art der Opferstellung trieb. Unser Prophet (fsai) und seine Gefährten verkörperten eine Gemeinschaft, die Gerechtigkeit zwischen Menschen schuf, wie es im Vers heißt: "Und unter denen, die wir erschufen, ist eine Gemeinschaft, welche zur Wahrheit leitet und ihr gemäß gerecht handelt." (Koran, 7:181)

Die Vereinbarung, die unser Prophet (fsai) mit dem christlichen Najran-Volk im Süden der Arabischen Halbinsel schuf, stellt eines der vollkommensten Beispiele für sein Verständnis und seinen Gerechtigkeitssinn dar.

In einer dieser Vereinbarungen heißt es wie folgt:

"Die Leben der Menschen von Najran und dessen Umgebung, ihre Religion, ihr Land, Eigentum, Vieh, die gegenwärtigen und abwesenden, ihre Propheten und ihre Gebetsstätten stehen unter dem Schutz Gottes und dem Schirm Seines Propheten." (Pakt von Najran, Art. 6, http://www.islamicresources.com/Pact_of_Najran.htm)

Im Anschluss an die Vereinbarungen mit allen Gemeinschaften jener Region, gründete unser Prophet (fsai) den Staat von Medina, indem er die erste Verfassung in der Geschichte des Islams schuf, die Verfassung von Medina. Es war das erste und am meisten vollendete Beispiel für eine demokratische und multilaterale Verfassung.

Die erste multilaterale und demokratischste Verfassung aller Zeiten: Die Verfassung von Medina

Die Gemeindeordnung von Medina ist geschichtlich die erste pluralistische und demokratischste Verfassung, welche eine schützende Haltung gegenüber den Anspruch und das Recht der Muslime, anderer Religionsanhänger und Atheisten zeigt.

Mit der Verfassung von Medina, welche auch die erste Verfassung im Staatswesen von Medina war, brachte unser Prophet (fsai) eine demokratische und friedvolle Ordnung auf den Weg, wie sie in einer urbanen Gemeinschaft, die sich aus mehreren Rassen, Religionen und Stämmen zusammensetzte, auf der Arabischen Halbinsel noch nie zuvor gesehen worden war.

Unter dieser Verfassung war es den Gemeinschaften in Medina geboten, miteinander in Frieden zu leben, ihre Leben im Einklang mit ihrem eigenen Glauben und ihren Glaubensinhalten zu ordnen, und sie verfügten über die Befugnis, ihre eigenen Institutionen und Rechtssysteme zu betreiben und zu regeln. Indem sie dies tun, sollten sie mit allen Communitys in Medina in Frieden und Einheit leben.

Die Verfassung von Medina wurde im Jahr 622 n. Chr., also vor 1400 Jahren, unter der Führung des Propheten Muhammad (fsai) geschrieben, um die Forderungen von Menschen unterschiedlichster religiöser Überzeugungen zu erfüllen, und sie tritt uns als geschriebener juristischer Vertrag entgegen.

Die Folge war, dass Communitys, die zuvor über mehr als 120 Jahre miteinander verfeindet waren und die Menschen aus verschiedensten religiösen und ethnischen Gruppen bestanden, nun in diese Verfassung miteingeschlossen waren. Im Zuge dieser Vereinbarung zeigte der Prophet (fsai) , dass Konflikte zwischen Gemeinschaften beendet werden können, sogar zwischen solchen, die einander zuvor zu jeder Gelegenheit angegriffen hatten, einander in tiefer Feindschaft begegnet waren und nie auch nur den geringsten Kompromiss miteinander geschlossen hatten; und dass diese ganz einfach miteinander zusammenleben könnten.

Unter der Verfassung von Medina stand es jedem frei, seine eigenen religiösen, politischen und philosophischen Entscheidungen zu treffen, ohne von jemand anderem unter Druck gesetzt zu werden. Sie konnten zusammen mit Gleichgesinnten Gemeinschaften gründen. Jedem stand es frei, sein eigenes Rechtssystem zu pflegen. Allerdings genoss keiner einen Schutz, der einen Angriff auf andere vollzog. Die Vertragsparteien verpflichteten sich, einander zu helfen und zu unterstützen, und dafür standen sie auch unter dem Schutz des Propheten Muhammad (fsai) . Unstimmigkeiten zwischen den Gemeinschaften wurden vor den Propheten (fsai) getragen. In der Tat bevorzugten selbst die Polytheisten die Beurteilung ihrer Rechtssachen durch den Propheten Muhammad (fsai) , zumal er die gerechteste Person von allen war.

Dieser Vertrag, der durch den Propheten (fsai) entworfen worden war, wurde in der Zeit zwischen 622 und 632 kontinuierlich umgesetzt. Auf Grund dieser Verfassung entwickelten sich die Menschen über ihre tribalistischen Strukturen, die allein auf die Bande des Blutes und der Familie gegründet waren, hinaus und Menschen mit sehr unterschiedlichen geografischen, kulturellen und ethnischen Wurzeln kamen zusammen, um eine Einheit zu bilden. Die Verfassung von Medina schuf außerdem eine sehr weit reichende Glaubens- und Religionsfreiheit. Ein Passus, der diese Freiheit ansprach, lautete:

"Die Juden von Banu'Awf stellen eine Gemeinschaft unter den Gläubigen dar. Den Juden ihre Religion, den Muslimen ihre." (Die Verfassung von Medina; http://www.enfal.de/charta.htm)

Die Verfassung von Medina besteht aus 47 Artikeln. Die Artikel 1 bis 23 betreffen die Muslime, 24 bis 47 jüdische Stämme, die in Medina lebten. Auch Bezüge auf die Christen, deren Gemeinschaft zahlenmäßig wesentlich weniger angehörten, ist ebenfalls noch wichtig, erwähnt zu werden, im Sinne der Partizipation von Menschen unterschiedlichen religiösen Hintergrundes.

Eine Analyse der Verfassung von Medina in einem Bericht unter dem Titel "Eine Bewertung der Charter von Medina im Lichte der Pluralismus-Perspektive Professor Leonard Swidlers" hatte zum Ergebnis, dass die Verfassung ein bedeutsames Dokument hinsichtlich der Bemühungen vonseiten des Propheten (fsai) darstelle, die Stadt zu vereinen und die unterschiedlichen Gruppen unter einem rechtlichen Dach zu vereinigen, was auch explizit gegenüber den Menschen verkündet wurde:

Diese Charta der Privilegien wurde von den Muslimen im Laufe der Jahrhunderte in allen Ländern, die sie regierten, geehrt und beständig angewandt.

Dieser Ausarbeitung zufolge hatte in rechtlicher Hinsicht jedes Individuum gleiche Rechte, die Freiheit, seine Religion selbst zu wählen und sie konnten wählen, ob sie zusammen mit den Muslimen in den Krieg ziehen wollten oder nicht. Allerdings war es ihnen im Gegenzug auch unter allen Umständen und strikt verboten, separate Vereinbarungen mit den Feinden der Muslime zu treffen, es sollte eine strikte Solidarität unter den Gruppen geschaffen werden, die in Medina lebten.

Der Autor der Analyse erklärt, dass dieser politische und religiöse Text die Errichtung einer neuen Gesellschaft auf der Basis der Werte von Gleichheit und Freiheit anstrebte. Wie auch in der Verfassung betont wurde, war der Vorrang des Rechts gegenüber den Einzelinteressen der erste Schritt hin zur Erreichung des Ziels, eine Atmosphäre des Dialogs und der Koexistenz zu schaffen. Die Artikel der Verfassung betonten auch die Verantwortung jedes Einzelnen bei der Verteidigung der Stadt. Dem Bericht zufolge zeige die Tatsache, dass die Verfassung – und damit der Prophet (fsai) – alle Gemeinschaften in der Stadt dadurch, dass sie explizit und eine nach dem anderen beim Namen genannt werden, diese alle als Rechtssubjekte anerkannte und ihnen auch Verantwortung überließ. (Kenan Çetinkaya, Amerika'da Diyalog Anlayışı ve Medine Vesikası [Dialogverständnis in Amerika und die Verfassung von Medina])

Der Text der Verfassung zeigt, dass die Muslime einen Fürsorgegedanken auch hinsichtlich der Rechte und Gesetze der Polytheisten entwickelt hatten und dass diese Polytheisten deshalb auch selbst wünschten, gemeinsam mit den Muslimen in der Verteidigungslinie Medinas zu stehen. Eine solche Einstellung gegenüber den Polytheisten ist nicht einmal besonders überraschend, denn bereits der Koran sagt, dass Muslime eine Verantwortung zum Schutz der Polytheisten haben, mit denen sie Vereinbarungen abgeschlossen hatten – selbst um den Preis ihres eigenen Lebens (dazu im Detail später).

Dies lässt den Schluss zu, dass die in Rede stehende Verfassung als höchst wichtiges Dokument betrachtet werden kann, dessen Kern Einheit und Vereinigung, Liebe und Anteilnahme, Freundschaft und Frieden bilden und das ein Beispiel für einen gelungenen Dialog zwischen Muslimen und Nichtmuslimen im Allgemeinen und zwischen Muslimen und Juden im Besonderen darstellt. Das Konzept der Liebe und des Friedens seitens unseres Propheten (fsai) fußt auf dem Koran, und doch ist es schwierig, gegenwärtig eine muslimische Gesellschaft zu identifizieren, die in der Lage wäre, nach diesem Konzept zu leben. Dies unterstreicht jedoch auch, dass die erste hochgradig demokratische Verfassung im Laufe der Geschichte durch unseren Propheten (fsai) geschrieben und umgesetzt worden war.

Die folgenden Kapitel dieses Buches müssen daher im Lichte dieser Information bewertet werden. Die Praktiken der heutigen Verbreiter des Aberglaubens sind radikal andere als jene, die dem Rat des Heiligen Koran entsprechen, der befiehlt, die Polytheisten zu schützen und den Leuten des Buches (Juden und Christen) einen speziellen Status bei den Muslimen einzuräumen. Und ihre Praktiken unterscheiden sich auch radikal von jenen des Propheten Muhammad (fsai) , der immer Frieden und Demokratie angestrebt hatte. Wenn auch unmöglich suchen die Verbreiter des Aberglaubens stets nach Beweisen, die zeigen würden, dass der Koran Unfrieden stifte, und das, obwohl der Koran stets den Frieden lehrt. Dieser wichtige Umstand muss jedoch stets im Gedächtnis behalten werden, wenn es darum geht, die Verse des Korans über den Krieg zu interpretieren.

Prophet Muhammads Charta von Vorrechten der Christen (Ein Brief an die Mönche des Katharinenklosters)

◉ Dies ist eine Nachricht von Muhammad ibn Abdullah, ein Abkommen mit denjenigen, die dem Christentum angehören, nah oder fern, wir sind mit ihnen.

◉ Wahrlich, ich, die Diener, die Helfer und meine Anhänger beschützen sie, denn die Christen sind meine Bürger; und bei Gott, ich bin gegen alles, was sie verärgert.

◉ Kein Zwang wird auf sie ausgeübt werden.

◉ Weder müssen sie sich von ihren Arbeitsplätzen entfernen, noch die Mönche von ihren Klöstern.

◉ Niemand wird ein Haus ihrer Religion zerstören, es beschädigen oder etwas aus ihnen zu den Häusern der Muslime tragen.

◉ Sollte dies jemand tun, würde er das Bündnis mit Gott brechen und Seinen Propheten missachten. Wahrlich, sie sind meine Verbündeten und sie genießen meinen sicheren Schutz gegen alles, was ihnen missfällt.

◉ Niemand darf sie zwingen, abzureisen oder zu kämpfen.

◉ Die Muslime sind da, um für sie zu kämpfen.

◉ Wenn eine Christin einen Muslim heiraten soll, ist diese Ehe ohne ihre Zustimmung nicht gestattet. Sie darf in keiner Weise von einem Gebet in ihrer Kirche abgehalten werden.

◉ Das Brechen des Abkommens ist für die gesamte Nation (Muslime) bis zum letzten Tag (Das Ende der Welt) untersagt.

◉ Diese Charta der Privilegien wurde von den Muslimen im Laufe der Jahrhunderte in allen Ländern, die sie regierten, geehrt und beständig angewandt.

Die Verse über den Krieg und ihre Interpretation

Nachdem wir nun die Definition des Krieges kennen, die der Koran gibt, sollten wir nun die Verse untersuchen, die von Radikalen zum Zweck des Missbrauchs des Islams instrumentalisiert und von "Islamkritikern" zum Zwecke der Dämonisierung unserer Religion herangezogen werden.

Überprüfung des Verses 191 der Sure al-Baqara:

"Und tötet sie, wo immer ihr auf sie stoßt: Und vertreibt sie, von wo sie euch vertrieben; denn Aufruhr ist schlimmer als Töten. Bekämpft sie jedoch nicht bei der unverletzlichen Moschee, es sei denn, sie bekämpften euch dort. Greifen sie euch jedoch an, dann tötet sie. So ist der Lohn der Ungläubigen." (Koran, 2:191)

Dieser Vers war in einer Zeit herabgesandt worden, nachdem die Muslime massiver Unterdrückung und Gewalt unterworfen und zur Flucht von Mekka nach Medina gezwungen worden waren. Es trat jene Situation ein, die wir zuvor bereits angedeutet haben, und die Muslime erhielten den Befehl, sich selbst gegen direkte Angriffe zur Wehr zu setzen. Sie wandten die Methoden, der sich zuvor jene Gemeinschaft, die nie aufgehört hatte, sie zu unterdrücken, die auf friedliche Avancen nie reagiert hatte und sich allen Angeboten des Friedens und der Verhandlungsbereitschaft verschlossen hatte, gegen die Muslime bedient hatte, in der Gegenrichtung gegen diese selbst an.

Aber auch dieser Vers enthält eine Erinnerung an die Regeln des Krieges:

"Bekämpft sie nicht in der Masjid al-Haram (der Heiligen Moschee), solange sie euch nicht dort bekämpfen. Aber wenn sie euch bekämpfen, dann bekämpft auch sie." Wie wir auch hier sehen können, ist das Kämpfen auch hier nur dann erlaubt, wenn die andere Seite damit begonnen hat. Wenn sie keinen Krieg anstrebt, nicht angreift, dann ist es Muslimen auch uneingeschränkt verboten, die Götzendiener zu bekämpfen.

Es ist natürlich höchst verdächtig, wie die Radikalen und die Gegner des Islams, die diesen Vers aus dem Zusammenhang reißen, diese wichtige Bestimmung ignorieren können. Dieser Vers gewährt Muslimen ausdrücklich nur das Recht auf Selbstverteidigung: Deshalb aber ist es kein Vers, der das Krieg führen oder die Aggression gebieten würde.

Ein weiteres wichtiges Element dieses Verses wird wie folgt offenbart: "Fitna (Aufruhr) ist schlimmer als Töten." Fitna bedeutet, Gemeinschaften aufzuhetzen, Hass zu verbreiten und zu diesem zu ermuntern, durch Verleumdungen und falsche Gerüchte und bewusste Lügen Anarchie und Terror zu stiften und so feindselige Massen zu schaffen, ist Fitna, und der Vers sagt uns, dass Fitna schlimmer sei als das Töten; es waren konkret die Gemeinschaften, die gegen die Muslime vorgegangen waren, die gegenwärtige, psychologische und verdeckte Fitna betrieben und damit immensen Schaden angerichtet haben. Natürlich haben sich die Muslime verteidigt, als diese Aggression ihr Haupt erhob.

Die Art und Weise, wie Fanatiker sich durch Gerüchte oder Aberglauben irreführen lassen und Individuen, Gesellschaften oder Glaubensrichtungen verdächtigen, Fitna zu verbreiten und anschließend vermeintliche "Beweise" für ihre Verdrehung der Verse des Korans zu präsentieren, ist in einer zum Himmel schreienden Weise falsch.

Fitna umfasst Taten, die zu Verderbnis führen, etwa Spaltung unter den Muslimen herbeizuführen, sie durch das Bereiten von Schwierigkeiten in Trübsal und Sünde zu führen und anschließend eine Infrastruktur zu schaffen, aus der heraus sich Massenaufruhr erheben kann und zu körperlichen und verbalen Angriffen auf Muslime führt. Um jemanden der Fitna beschuldigen zu können, müssen die Betreffenden selbst eine oder mehr Akte dieser Art begangen haben. Deshalb fällt der Versuch, die Mitglieder einer anderen Glaubensrichtung insbesondere die Juden oder Israel des Betreibens der Fitna zu beschuldigen, auf dessen Urheber zurück.

Im Einklang mit dem Koran ist es eine Sünde, alle Juden oder Israel des Betreibens der Fitna zu beschuldigen. Menschen, die Fitna verbreiten, können aus jeder Religion und jedem Land kommen. Ebenso wenig wäre es zulässig, alle Araber, Türken oder Muslime der Fitna zu beschuldigen, nur weil es Araber, Türken oder Muslime gibt, auf die dies zutrifft. Dem Koran zufolge kann ein Muslim im Haus eines Juden essen, sein Gast oder Freund sein, sogar eine jüdische Frau heiraten (wir werden darüber im Kapitel "Der Blick des Islams auf die Leute der Schrift" berichten). Vor diesem Hintergrund ist es für einen Muslim undenkbar, bedingungslos und pauschal Juden des Verbreitens von Fitna zu beschuldigen. Leute, die solche absurden Behauptungen aufstellen, wissen nichts über den Koran, wie wir bereits zu Beginn gesagt hatten, und agieren aus einem Unwissen heraus, das daher rührt, dass sie unter dem Einfluss von zahllosen fabrizierten Hadithen aufgewachsen sind, die Fitna oder die Juden zum Gegenstand hatten. Die betreffenden Hadithen und die Stellung der Leute der Schrift im Koran werden in späteren Kapiteln in noch größerem Umfang untersucht.

Überprüfung der Verse 89, 90 und 91 der Sure an-Nisa':

"Sie wünschen, dass ihr ungläubig werdet, wie sie ungläubig sind, und dass ihr (ihnen)gleich seid. Nehmt aber keinen von ihnen zum Freund, ehe sie sich nicht auf Gottes Weg begeben. Und wenn sie (in offener Feindschaft) den Rücken kehren, ergreift und tötet sie, wo immer ihr sie findet. Und nehmt keinen von ihnen zum Freund oder Helfer." (Koran, 4:89)

"Außer denen, die sich zu einem Volke begeben, mit dem ihr ein Bündnis habt, oder zu euch kommen, das Herz darüber beklommen, dass sie gegen euch oder ihr eigenes Volk kämpfen sollten. Wenn Gott wollte, hätte Er ihnen Macht über euch gegeben, und sicherlich hätten sie dann gegen euch gekämpft. Wenn sie sich jedoch von euch fernhalten, ohne euch zu bekämpfen, und euch Frieden anbieten, gibt euch Gott keine Erlaubnis, gegen sie vorzugehen." (Koran, 4:90)

"Andere werdet ihr finden, welche sowohl mit euch als auch mit ihrem Volk in Frieden leben wollen. Wenn immer sie der Versuchung (zum Götzendienst) ausgesetzt sind, fallen sie in ihn zurück. Wenn sie sich nicht von euch fernhalten, euch Frieden anbieten und ihre Hände zügeln, ergreift und tötet sie, wo immer ihr auf sie stoßt. Über sie haben Wir euch klare Autorität gegeben." (Koran, 4:91)

Diese Verse befassen sich mit Heuchlern. Sie sagen, sie wären Muslime, leben unter den Muslimen und scheinen welche von ihnen zu sein, aber tatsächlich hegen sie eine große Feindseligkeit gegenüber Gott und dem Islam und suchen nach Möglichkeiten, Muslimen in den Rücken zu fallen.

Gott offenbart, dass diejenigen, die als Heuchler sterben, in die tiefsten Abgründe der Hölle hinabgeschleudert werden. Wie sich an der doppelgesichtigen und tückischen Natur der Heuchelei erkennen lässt, stellt diese eine besonders gefährliche und verachtenswerte Erscheinungsform menschlichen Gebarens dar, anders noch als Gottesleugnung oder Polytheismus.

Es wird im Vers 89 der Sure an-Nisa' verboten, Heuchler zu Freunden zu nehmen, also diejenigen, die Muslime im Stich lassen und danach trachten, diese in dieselben Verirrungen fallen zu lassen wie sie selbst. Gegen sie zu kämpfen ist in einer Situation gerechtfertigt, da die Heuchler, von denen die Rede ist, physische Angriffe gegen Muslime verüben. Wir erkennen das auch aus Vers 90, der unmittelbar darauf folgt. Es geht daraus unmissverständlich aus den Worten "Wenn sie sich aber von euch fernhalten, euch nicht bekämpfen und sich euch ergeben, hat Gott euch keinen Weg eröffnet, gegen solche Menschen vorzugehen", hervor, dass nichts einen Angriff auf eine Gemeinschaft rechtfertigt, die keine Angriffe gegen die Muslime führt. Die Gemeinschaft, gegenüber der das Töten erlaubt ist, ist ohne Zweifel ausschließlich diejenige, die zuvor den Muslimen den Krieg erklärt hatte. Muslimen ist es eindeutig erlaubt, sich im Angesicht von Angriffen hier zu verteidigen.

Zusätzlich ist Vers 90 der Sure an-Nisa' eine weitere Manifestation der gerechten, vergebenden und empathischen Sprache des Korans. Auch solche Heuchler, die bis dahin den Muslimen in den Rücken gefallen waren und sie betrogen hatten, aber später eine friedvolle Haltung gegenüber den Muslimen einnahmen, sind immun, wie aus dem Passus "Außer denen, die sich zu einem Volke begeben, mit dem ihr ein Bündnis habt, oder zu euch kommen, das Herz darüber beklommen, dass sie gegen euch oder ihr eigenes Volk kämpfen sollten..." zu erkennen ist. Im selben Vers sagt Gott: "... Wenn sie sich jedoch von euch fernhalten, ohne euch zu bekämpfen, und euch Frieden anbieten, gibt euch Gott keine Erlaubnis, gegen sie vorzugehen." So unterstreicht Er einmal mehr ihre Immunität. Das definiert eindeutig Seine Gerechtigkeit.

Vers 91 wiederum beschreibt eine Situation unter den gleichen Bedingungen. Heuchler, die bereuen und erklären, sie wollen nicht kämpfen, kehren später zur Fitna zurück und greifen neuerlich die Muslime an. In diesem Fall lebt auch das Recht, Krieg zu führen, im Koran wieder auf, indem dieser sagt, diese Menschen dürften nicht angerührt werden, solange sie nicht angreifen, aber dass, sobald sie dies tun, Selbstverteidigung zulässig ist.

Wir müssen uns auch der konkreten Situation erinnern, die angesprochen ist, welche die Schlacht von Uhud betrifft und sich mit Heuchlern befasst, die sich auf dem Schlachtfeld im Verrat üben.

Überprüfung des Verses 5 der Sure at-Tawba:

"Sind die geschützten Monate aber verflossen, dann tötet die Götzendiener, wo immer ihr sie findet, und ergreift sie und belagert sie und lauert ihnen aus jedem Hinterhalt auf. Wenn sie jedoch in Reue umkehren und das Gebet verrichten und die Steuer zahlen, lasst sie ihres Weges ziehen. Siehe, Gott ist verzeihend und barmherzig." (Koran, 9:5)

Um die Bedingungen erklären zu können, unter denen die eben erwähnten Verse stehen, müssen wir vom Vers 1 der Sure at-Tawba her zu lesen beginnen. Dann können wir sehen, dass es nicht "alle Polytheisten" sind, welche die geschilderten Formen der Gegenattacke verdienen, sondern konkret jene, die brutale Angriffe auf Muslime ausgeführt hatten und dann für die heiligen Monate einen Waffenstillstand geschlossen hatten. Die Polytheisten, um die es hier geht, sind diejenigen, die nachhaltig versucht hatten, Jagd auf Muslime zu machen, mit ihren Angriffen gegen diese auch während der heiligen Monate weitergemacht und Muslime getötet hatten, obwohl es ein faires Abkommen mit diesen gab und sie nur allzu gut wussten, dass die Muslime während der heiligen Monate in keinen Krieg eintreten würden.

Unter diesen Bedingungen steht den Muslimen im Sinne dieses Verses das Recht zu, sich gegen wüste Angriffe zur Wehr zu setzen. Wie wir aus dem Vers erkennen können, haben die Muslime während der Heiligen Monate die Angriffe nicht erwidert – ganz so, wie Gott es befohlen hatte. Sie hatten in dieser Zeit Geduld geübt und erst wieder begonnen, sich zu verteidigen, als diese Monate vorbei waren. Auch beschreibt der Vers die Methode, mittels derer die Verteidigung vonstattengehen soll: Ergreifung, Belagerung oder Wegelagerung entlang aller Straßen. Auch im Völkerrecht sind Ergreifen und Belagern die Hauptbedingungen, unter denen Kriege geführt werden. Die erforderlichen Vorkehrungen für eine Ergreifung wurden getroffen und werden aufrechterhalten, die Gegenseite soll so davon abgehalten werden, sich weiterzubewegen. Der Vers beschreibt also die Vorgehensweise, die auch heute als völkerrechtlich legitim gilt. Der einzige Unterschied ist, dass es nicht die Muslime sind, die angreifen, sondern dass diese schlicht versuchen, gegen sie geführten Angriffen ein Ende zu machen.

Auch wird in dem Vers keine Frage offen gelassen im Zusammenhang mit denjenigen, die ihre Angriffe stoppen und bereuen: Sie müssen freigelassen werden, dies wird explizit angeordnet.

Betrachten wir den darauf folgenden Vers, finden wir eine sehr wichtige Aussage, welche den liebevollen und fürsorglichen Geist des Korans beschreibt. Dieser Vers straft alle Behauptungen, die von dessen Gegnern über den Islam aufgestellt werden. Dieser lautet: "Und wenn einer der Götzendiener bei dir Zuflucht sucht, dann gewähre ihm Zuflucht, damit er Gottes Wort vernimmt. Dann lass ihn den Ort erreichen, an dem er, sich sicher fühlt. Dies, weil sie ein unwissendes Volk sind." (Koran, 9:6)

In diesem Vers werden Muslime angewiesen, einem Polytheisten zu helfen, der bei ihnen Schutz gesucht hat und ihre Hilfe begehrt. Der Vers schlägt sogar vor, der Muslim sollte sich selbst als Schutzschild solcher Polytheisten zur Verfügung stellen. Anders gesagt: Er hat eine Verantwortung, notfalls sogar mit seinem eigenen Leben jemanden, der Gott leugnet, zu beschützen und ihn in Sicherheit zu bringen.

Das ist es, was der Koran befiehlt. Der Befehl macht deutlich, dass niemand getötet werden darf, weil er nicht an Gott glaubt. Er muss im Gegenteil sogar beschützt werden, notfalls auf Kosten des eigenen Lebens. Dies lässt aber auch eindeutig erkennen, dass das Recht zum Krieg im Koran nichts mit der Frage zu tun hat, ob die Gegenseite an Gott glaubt oder nicht. Die einzige Rechtfertigung dafür, einen Krieg zu führen, ist es, dass die Gegenseite angreift, foltert und tötet.

Eine andere Botschaft, die aus diesem Vers hervorgeht, lautet, dass alle Menschen unter dem Schutz durch die Muslime stehen, solange sie diese nicht angreifen oder ein extremes Verhalten an den Tag legen – unabhängig davon, wie ihre Religion, ihre Sprache, ihre ethnische Herkunft oder ihre Überzeugungen sein mögen. Einen Muslim trifft die Verantwortung für den Schutz der Leute der Schrift ebenso wie für Atheisten und Kommunisten, in gleicher Weise, wie sie gegenüber den muslimischen Brüdern gilt. Das ist ein Erfordernis des Islams, das ist, wie der Koran einen Muslim beschreibt. Sobald jemand sagt "Ich bin ein Muslim", muss er andere schützen.

Überprüfung des Verses 13 der Sure at-Tawba:

"Wollt ihr nicht gegen ein Volk kämpfen, das seinen Eid brach, und das plante, den Gesandten zu vertreiben? Sie haben euch zuerst angegriffen. Fürchtet ihr sie etwa? Doch Gott ist würdiger, von euch gefürchtet zu werden, falls ihr gläubig seid." (Koran, 9:13)

Auch das ist ein Vers, der die Befehle im Zusammenhang mit dem Kampf im Koran umschreibt. Als eine polytheistische Gemeinschaft, die eine Waffenstillstandsvereinbarung mit den Muslimen getroffen hatte – in anderen Worten: mit diesen, wie in dem Abkommen beschrieben, in Frieden gelebt hatte –, diese Vereinbarung brach und begann, anzugreifen, als sie versuchte, unseren Propheten (fsai) aus seinem eigenen Land zu vertreiben und ins Exil zu zwingen, und als sie, was ebenfalls eindeutig aus dem Vers ausdrücklich hervorgeht, Feindseligkeiten hervorrief, hatten die Muslime das Recht, dagegen zurückzuschlagen.

Überprüfung des Verses 33 der Sure at-Tawba:

"Wahrlich, der gerechte Lohn derer, welche Gott und Seinen Gesandten bekämpfen und auf Erden Verderben stiften, ist es, dass viele von ihnen getötet oder gekreuzigt oder dass ihnen Hände und Füße wechselseitig abgeschlagen oder dass sie aus dem Land verbannt werden. Das ist ihr Lohn im Diesseits, und im Jenseits wird ihnen schmerzliche Strafe zuteil." (Koran, 5:33)

Die Überlegungen zur Kriegsführung, die wir im Zusammenhang mit dieser immer wieder unterstrichen hatten, sind auch in diesem Vers bedeutungsvoll. Die Charakteristika jener Gemeinschaft, gegen die gekämpft werden soll, werden auch hier sehr detailliert ausgeführt: Sie betreiben einen Krieg gegen Gott und seinen Gesandten und bringen Verderben über die Welt. Diese Menschen führen also nicht nur physische Angriffe gegen Muslime, sie bringen dazu auch noch einen großen Schaden über die Welt. Es geht in diesem Vers also um eine Gemeinschaft, die für die gesamte Welt ein Problem darstellt und die jedermann als eine perverse, korrupte und kriegstreiberische Gesellschaft betrachtet.

Wie in jedem Krieg, ist im Widerstand gegen eine Community, die aktiv den Muslimen den Krieg erklärt hatte, das Töten erlaubt, solange es sich dabei um das letzte zur Verfügung stehende Mittel handelt. Eine weitere zulässige Maßnahme, die den Betreffenden auferlegt werden kann, ist die Verbannung. Anders gesagt: Den Versen des Korans zufolge dürfen Muslime Handlungen, die ihnen sonst verboten sind – etwa zu töten oder Menschen zu verbannen – nur vornehmen, wenn sie sich nach den erwähnten Maßgaben im Kriegszustand befinden.

Überprüfung des Verses 57 der Sure al-Anfal:

"Und wenn du sie im Krieg zu fassen bekommst, lass es für die, die ihnen nachfolgen, zum abschreckenden Beispiel werden; vielleicht lassen sie sich ermahnen." (Koran, 8:57)

Wir müssen diesen Vers im Lichte der ihm zugrundeliegenden Perspektive und Erscheinungsform im Detail betrachten. Wir dürfen nicht vergessen, dass in der medinensischen Ära einige Verse in einer Zeit intensiver Kampfhandlungen herabgesandt wurden. Dies war einzig das Resultat des Unrechts, das den Muslimen zugefügt wurde, "die schuldlos aus ihren Wohnungen vertrieben wurden, nur weil sie sagten: Unser Herr ist Gott!.." (Koran, 22:40), wie dies in einem Vers festgestellt wurde. Und in einem anderen Vers (4:90) heißt es: "... Wenn sie sich nicht von euch fernhalten, euch Frieden anbieten und ihre Hände zügeln, ergreift und tötet sie, wo immer ihr auf sie stoßt. Über sie haben Wir euch klare Autorität gegeben."

Muslime haben eine Verantwortung, den Kampf zu beenden und die Gegenseite nicht weiter anzugreifen, wenn dieser zu Ende ist. Wenn wir einige Verse zuvor den Vers 57 der Sure al-Anfal betrachten, sehen wir, dass es um Gemeinschaften geht, mit denen die Muslime zuvor Vereinbarungen abgeschlossen hatten. Wie bei allen Versen, die eine Erlaubnis zur legitimen Selbstverteidigung einräumen, waren es zuvor diese Communitys, die den Waffenstillstand mit den Muslimen gebrochen und diese unmittelbar danach angegriffen haben.

Es ist wichtig in einer Situation, in der die betreffende Gemeinschaft eine Attacke nach der nächsten fährt, die nicht auf die Stimme der Vernunft hört und die Verderben dadurch bringt, dass sie ständig Friedensabkommen bricht, eine abschreckende Wirkung zu erzeugen – damit sie dazu nicht länger die Kraft findet und andere polytheistische Gruppen, den Mut verlieren, ihrem Beispiel zu folgen, ebenfalls Unglück über die Welt zu bringen oder anzugreifen. Dies ist eine notwendige und wichtige Vorsichtsmaßnahme gegen eine Gemeinschaft, die jeden Friedensvertrag bricht und die einen möglicherweise ins Haus stehenden Konflikt beenden kann.

Die "abschreckende Wirkung" ist auch heute im internationalen Völkerrecht und in den Verfassungen fast aller Staaten der Welt von großer Wichtigkeit, wenn es um die Frage von Sanktionen geht. Das Ziel ist es, einen Angriff vonseiten der gleichen oder einer anderen Person zu verhindern. Diese Vorkehrungsmaßnahmen werden im Völkerrecht für außerordentlich angemessen gehalten und es wäre ungerecht und ein Verstoß sowohl gegen den gesunden Menschenverstand als auch gegen die Gebote der Fairness, die gleichen Regeln, die man im Konflikt zwischen Staaten für rechtmäßig erachtet, als unzulässig zu erklären, wenn es um den Islam geht.

Überprüfung des Verses 4 der Sure Muhammad:

"Wenn ihr nun (im Verlaufe eines Verteidigungskriegs) auf die Ungläubigen stoßt, dann schlagt auf sie ein, bis ihr sie niedergerungen habt. Dann fesselt sie gut. Danach gebt sie frei, entweder aus Gnade oder gegen Lösegeld, damit der Krieg aufhört, euch zu belasten. So soll es sein! Hätte Gott es gewollt, hätte Er sie gewiss Selbst bestrafen können. Er aber wollte die einen von euch durch die anderen prüfen lassen. Diejenigen aber, die auf Gottes Weg getötet worden sind, ihr Wirken wird nicht umsonst gewesen sein." (Koran, 47:4)

Wie auch im Falle der anderen Verse, bezieht sich dieser Vers auf ein Klima des aktuell andauernden Krieges. Der Vertrag war gebrochen worden, die Polytheisten waren in die Offensive gegangen und es blieb keine andere Alternative, um auf deren Aggression zu reagieren. Dieser Vers beschreibt exakt das, was auch den internationalen Regeln des Völkerrechts entspricht. Sobald die Kampfhandlungen aufgehört haben, ist der Krieg zu Ende. In Guantanamo Bay auf Kuba werden trotzdem immer noch Gefangene festgehalten, obwohl der Krieg in Afghanistan schon zu Ende ist, Organisationen wie die UNO oder die NATO betrachten dies sogar als rechtmäßig. Der Koran betrachtet Ungesetzlichkeit aber nicht als legitim: Nach Ansicht des Islams müssen alle Kriegsgefangenen freigelassen werden, sobald die Kampfhandlungen zu Ende sind.

Die betreffenden Verse, die den Krieg betreffen, beschreiben eindeutig Verteidigungskriege zu den Bedingungen der damaligen Zeit, die einzig gegen Polytheisten geführt worden waren, die Feindseligkeiten hervorgerufen hatten sowie Fitna und Verderben gestiftet hatten. Der Hauptgrund, warum diese Verse fehlinterpretiert und zur Rechtfertigung einer Politik der Wut und des Hasses herangezogen werden, ist, dass dem Islam Hunderte falscher Hadithe und eine verfehlte Perspektive vieler Analysten hinzugefügt wurden. Der Koran muss jedoch mit einer reinen und erleuchteten Gesinnung gelesen werden, von allen falschen Hadithen und anderen Formen des Aberglaubens gereinigt. Reflektiert man die Verse im Lichte der damaligen Realität des Krieges, wird ihre Bedeutung uneingeschränkt deutlich.

Nach islamischem Recht ist Krieg nur in Form von Verteidigung gestattet und am Ende des Krieges werden die Gefangenen wieder frei gelassen. Diese Anwendung ist eine, welche nicht einmal im internationalen Kriegsrecht vorhanden ist. Trotz der Beendigung des Afghanistaneingriffes, werden weiterhin Kriegsgefangene in Guantanamo festgehalten. Und diese merkwürdige Situation wird von Organisationen, wie der UNO oder der NATO als normal angesehen.

Es gibt im Islam keine Rechtfertigung für den Krieg

Jene, die annehmen, der Islam habe sich durch Krieg verbreitet und stelle eine militante Religion dar (während der Islam zweifelsfrei darüber erhaben ist), sollten begreifen, dass eine solche Perspektive diametral all dem entgegensteht, was der Islam tatsächlich lehrt. Alle fehlerhaften Vorstellungen über den Islam gehen auf erfundene Hadithe, Aberglauben sowie den Interpretationen sogenannter Gelehrter zurück, wie diese sich nach der Offenbarung des Korans und nach dem Tod des Propheten Muhammad (fsai) ausgebreitet hatten. Einige radikale Gruppen haben, auf solche fehlerhaften Hadithe gestützt, den Islam fehlinterpretiert und kamen mit vermeintlichen Erklärungen an, die den Krieg rechtfertigen würden. Daraus strickten sie sich ihre so genannten Rechtfertigungen für ihre Angriffe auf Nichtmuslime und in weiterer Folge auch auf Muslime, die andere Sichtweisen einnahmen.

Wie wir bereits zuvor im Detail erklärt hatten, gibt es keine Rechtfertigung für Angriffe auf andere Menschen im Koran. Der Koran enthält im Gegensatz dazu die sorgfältigste Beschreibung von Demokratie und Freiheit. In einem Klima der Demokratie und Freiheit ist kein Raum für die Erklärung der Gegenseite zum Feind oder für Bemühungen, sie zum Schweigen zu bringen. Dieses Klima ist vielmehr eines, in dem jeder respektiert wird und jeder frei sprechen kann. Die islamische Scharia beschreibt genau dieses Umfeld. Deshalb ist im Koran aber auch keine Rechtfertigung für Angriffskriege. Jenem Zerrbild von Scharia zufolge, das die Anhänger des Aberglaubens erfunden haben, gibt es unzählige Gründe zu kämpfen, anzugreifen und zu töten. Lasst uns diese Worte durch die Verse des Korans betrachten.

Es darf nicht Krieg geführt werden, um Konversionen zum Islam zu erzwingen

Wer gegen andere Krieg führt, Gewalt anwendet oder Zwang ausübt, um diesen den Islam aufzuzwingen, verrät den Koran. Eine der deutlichsten Aussagen des Korans lautet: "Kein Zwang im Glauben..." (Koran, 2:256)

Dies ist ein ausdrücklicher Befehl des Korans. Kein Muslim darf diesen Befehl missachten und jemanden anderen dazu zwingen, gläubig zu sein. Dies wird durch den Koran ausdrücklich untersagt.

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Unser Prophet (fsai) ist nur ein Berater. Er hat eine Verantwortung, Gemeinschaften den Islam als die letzte offenbarte Religion zu verkünden und diese dazu einzuladen. Auch zur damaligen Zeit haben einige derer, die über den Islam aus dem Munde unseres Propheten (fsai) gehört hatten, diesen angenommen, andere wiederum nicht. Wie der Koran es anordnet, haben weder unser Prophet (fsai) noch die Muslime jemals zum Mittel des Zwangs gegriffen, um die Annahme des Islams zu erreichen. Unser Prophet (fsai) wird im Koran auch darauf gestoßen: "So ermahne! Siehe, du bist nur ein Ermahner. Du hast keine Macht über sie." (Koran, 88:21-22) Deshalb ist Zwang auch absolut verboten.

Dem Koran zufolge trifft alle Muslime eine Verpflichtung, Menschen über die moralischen Werte des Islams zu unterrichten, aber niemand darf Zwang ausüben und sagen "Du musst ein Muslim werden", "Du musst die religiösen Gebote befolgen" oder Ähnliches. Der Sinn und Zweck des Korans ist es, Liebe und Frieden in die Welt zu bringen. Druck auszuüben ist deshalb nicht mit dem Koran vereinbar.

Andere Verse, die Zwang verbieten, sind etwa:

"Sprich: Die Wahrheit ist von euerem Herrn. WER NUN WILL, DER GLAUBE, UND WER WILL, DER GLAUBE NICHT. ..." (Koran, 18:29)

"Und wenn dein Herr es gewollt hätte, wären alle auf Erden allesamt gläubig geworden. WILLST DU ETWA DIE LEUTE ZWINGEN, GLÄUBIG ZU WERDEN?" (Koran, 10:99)

"Wir wissen wohl, was sie sagen; DOCH DU KANNST SIE NICHT ZWINGEN. Darum ermahne mit dem Quran alle, die Meine Drohung fürchten." (Koran, 50:45)

"Sprich: O ihr Ungläubigen! Ich verehre nicht, was ihr verehrt, und ihr verehrt nicht, was ich verehre. Und ich werde kein Verehrer dessen sein, was ihr verehrt, und ihr werdet kein Verehrer dessen sein, was ich verehre. EUCH EUER GLAUBE UND MIR MEIN GLAUBE!" (Koran, 109:1-6)

Da Gewalt und Zwang im Koran untersagt sind, gibt es auch keine Rechtfertigung für Krieg, Aggression, Feindseligkeit und Zorn. Wozu – außer zum Konvertieren – würden Muslime polytheistische Gemeinschaften auch zwingen wollen? Es ist offenkundig, dass es ungesetzlich ist, jemanden zum Konvertieren zu zwingen. Deshalb aber kann, dem Islam, wie er im Koran offenbart wird, zufolge, das Auferlegen des Islams niemals einen Prätext zum Krieg darstellen.

Krieg darf nie für ideologische oder ethnische Hegemonie geführt werden

Der Islam respektiert alle Ideologien, alle Nationen, alle ethnischen Gruppen und alle Glaubensrichtungen. Der Islam ist eine Religion, in der alle Ideen gehört werden und welche die größtmögliche Freiheit der Gedanken und der Meinung zulässt. In einem Glauben mit einer so vorzüglichen Konzeption von Demokratie und Freiheit ist aber dem entsprechend selbstverständlich auch kein Raum für Krieg auf Grund irgendeines Zusammenstoßes von Ideen oder Ethnizitäten.

Krieg darf nie geführt werden mit dem Ziel der Einsetzung eines muslimischen Führers

Wie wir bereits im Detail dargestellt haben, muss dem Koran zufolge ein muslimischer Führer immer auch einer sein, der sich um Christen, Juden, Atheisten, Kommunisten, Agnostiker, Buddhisten bemüht und um Menschen, die anderen Glaubensrichtungen und ideologischen Systemen in der Gemeinschaft anhängen, die er führt. Er muss die vollständige Gedankenfreiheit durchsetzen. Er muss den Menschen umfassende Freiheit einräumen.

Konflikte, Hetze und heuchlerische Menschen treten auf, wo es keine Freiheiten gibt. Er muss dies verhindern und tun, was der Koran von ihm verlangt. Wie es in dem Vers heißt - "O ihr, die ihr glaubt! Tretet für die Gerechtigkeit ein, wenn ihr vor Gott Zeugnis ablegt, und sei es gegen euch selber oder euere Eltern und Verwandten." (Koran, 4:135)-, hat jeder Gläubige die Pflicht, jedem gegenüber die Gerechtigkeit zu bewahren, ohne Differenzierung, um wen es sich handelt, was er glaubt oder wo er herkommt, selbst wenn dies seinen eigenen Interessen widerspricht.

Krieg darf nie geführt werden, um vermeintliche Feinde zu eliminieren

Wie kann es im Islam überhaupt Feinde geben? Der Islam ist eine Religion, die allen Menschen vorschreibt, andere als Gleichberechtigte und Brüder anzusehen. Dem Islam gemäß hat jeder dafür Respekt verdient, dass er ein beseeltes Geschöpf ist, unabhängig davon, was seine Hautfarbe, Sprache, Religion, Rasse, Staatsangehörigkeit oder sein sozialer Standard ist. Wie alle offenbarte Religionen sagen, sind alle Menschen Brüder, weil sie alle Kinder unseres Propheten Adam (fsai) sind. Der Grundsatz der Brüderlichkeit ist eine Voraussetzung des religiösen Glaubens.

Der Islam steht gegen alle faschistischen oder faschismusähnlichen Ideologien und auch gegen darwinistische und materialistische Philosophien, die auf Vorstellungen wie "rassische Überlegenheit" gegründet sind und Menschen in so falsche Kategorien wie "fortgeschritten" oder "primitiv" einteilen. Deshalb bekämpft der Islam diese Ideologien auf intellektueller und rationaler Ebene, wirkt gegen die Konflikte, die diese mit sich bringen und hat in sich selbst für diese keinen Raum.

Die Regel des Islams, wonach alle Menschen des Respekts würdig sind, stellt die Basis aller Beziehungen zwischen Menschen dar. In der Sicht des Islams weist selbst jemand, der falsch gehandelt hat, stets das Potenzial auf, in die Richtung des Guten gerichtet zu werden. Deshalb ist es für einen wahren Muslim auch nicht möglich, irgendwelche Feinde zu haben. Jeder Muslim trägt eine Verantwortung dahingehend, andere mit Empathie zu behandeln und diesen über moralische Tugenden aufzuklären, nicht, diese zu Feinden zu machen oder Komplotte zu schmieden, um diese zu Fall zu bringen.

Während es in der Frage irgendeiner Überlegenheit keinen Unterschied zwischen den Menschen gibt, wie dies auch der Koran anspricht, zeigt die Verwendung des Begriffes "Söhne Adams", dass alle Menschen gleich geschaffen wurden:

"Und wahrlich, Wir zeichneten die Kinder Adams aus und trugen sie über Land und See und versorgten sie mit guten Dingen und bevorteilten sie gegenüber den meisten Unserer Geschöpfe." (Koran, 17:70)3

Die Art und Weise, wie viele eine Religion als eine des Krieges betrachten, obwohl, wie oben gezeigt wurde, dafür keine Grundlage vorhanden ist, resultiert aus den Praktiken der Verbreiter des Aberglaubens. Einige Menschen gewinnen eine generell falsche Auffassung vom Islam, weil ihnen diese Klarstellungen nicht bewusst sind und sie den Islam nur in der vermeintlichen Form der Praktizierung durch die Radikalen kennen.

Leuten mit einer radikalen Einstellung ist es nicht bewusst, dass sie Befehle umsetzen, die von außerhalb des Korans stammen und dass sie einen anderen Glauben angenommen haben, der sich stark vom wahren Islam unterscheidet. Jedoch gründen sich der Islam als Religion und die islamische Scharia auf den Versen des Korans. Andere Quellen stützen sich auf erfundene Hadithe und Aberglauben, die keine Relevanz für einen wahren Muslim haben. Begehren also aufrichtige Muslime, die nach dem Koran leben den Krieg? Die Antwort ist offensichtlich: Nein.

Wer begehrt den Krieg?

GEWALT… HASS… LIEBLOSIGKEIT SIND EIGENSCHAFTEN DER RADIKALEN. IM ISLAM GIBT ES DAFÜR KEINEN PLATZ.

Some supposed religious leaders are pawns set in motion when needed to create war and turmoil.
They are supervised by various intelligence units and play a role in bringing about the war with which they are charged.

Der Rüstungssektor wird immer von irgendwelchen Gründen am Leben erhalten. Er ist auch der einzige Sektor, der von wirtschaftlichen Krisen nicht beeinflusst wird. Er ist ein lebendiger Bereich, in dem Angebot und Nachfrage niemals enden und in dem auf dem Markt stetig neue Kreationen auftauchen. Und der Weg, um diesen Sektor am Leben zu halten, ist es, Krieg zu führen. Zu diesem Zweck wird auch eine Masse unwissender Menschen provoziert, die ihre eigene Religion für eine des Krieges halten und bereit sind, dafür zu sterben und zu töten – mit anderen Worten: die radikalen Gruppen, die im Namen des Islams agieren.

Einige Neocons und Islamgegner im Westen haben völlig Recht hinsichtlich der Gewalt, die von den Radikalen ausgeht. Allerdings haben sie Unrecht, wenn es um einige Führer wie Osama Bin Laden geht. Diese so genannten Führer sind generell Menschen, die am Islam oder den Muslimen kein Interesse haben, aber unter der Aufsicht diverser Geheimdienste bereitgehalten werden. Sobald ein Klima des Aufruhrs oder Kriegs erwünscht ist, treten sie umgehend auf den Plan. Sie verbringen ihre Zeit in Cafés und Bars der westlichen Welt, aber sobald der Einsatzbefehl kommt, lassen sie sich die Bärte wachsen, verändern ihren Kleidungsstil und ihre Rhetorik, legen eine typisch nahöstliche Erscheinungsform an den Tag und machen sich bereit, jenem Aberglauben umzusetzen, den sie sich über die Jahre hinweg angelernt hatten.

Dieses Szenario ist mittlerweile bereits mehrfach in die Tat umgesetzt worden: Osama Bin Laden war dabei nur eine Figur in diesem Spiel. Die Ankunft des Mahdi (fsai) , das größte Ereignis der Endzeit, das uns unser Prophet (fsai) vorausgesagt hatte, sowie die ehrliche Erwartung vieler Muslime hinsichtlich dieses Ereignisses haben manche Kreise dazu veranlasst, den Eindruck zu erwecken, Bin Laden selbst wäre der Mahdi und es gelang, viele Menschen von dieser Auffassung zu überzeugen. Die Reise, die mit Bin Laden begann, suchte nicht nur Afghanistan heim, sondern die gesamte muslimische Welt; das Szenario endete mit der Präsentation der Leiche Bin Ladens. Das war möglicherweise der Clou der ganzen Aktion. Diesem Plan zufolge sollte die islamische Welt sehen, dass ihr vermeintlicher Mahdi tot wäre, und alle Hoffnungen und Erwartungen verlieren. Es war ein systematisches Szenario, dessen Ziel es war, die islamische Welt zu schwächen und weiter auszubeuten.

Es tragen ohne Zweifel Menschen mit radikalen Vorstellungen die Schuld an dieser Entwicklung, aber wir dürfen nicht auf die Kräfte vergessen, die sie füttern. Krieg hilft immer irgendwelchen Menschen und deren Interessen in einer Zeit, da die Waffenindustrie ungemindert stark ist. Es sind immer die radikalen Gruppen selbst, die zum Kampf aufstacheln, aber es sind jene, die den Krieg für ihre eigenen schändlichen Ziele benötigen, die am Ende die Strippen ziehen. Diese Gruppen, die aus Unwissen heraus zum Krieg bereit sind, sind ein ideales Aushängeschild für die Kräfte im Hintergrund; sie sind eigentlich Schachbrettfiguren, die leicht in den Krieg geschickt werden können.

Dies mindert zwar nicht das Gewicht der Verbrechen, die diejenigen begangen haben, die den radikalen Gruppen und Verbreitern des Aberglaubens in die Hände fielen, sich in Sekten aufsplitterten und einander zu Feinden erklärten, aber man darf diese Realität auch nicht ignorieren. In der Tat verschwenden die verschiedenen Organisationen, die – vor allem in muslimischen Ländern – offen Unruhe und Aufstände anzetteln, keine Zeit, ihre Ziele ungeschminkt offenzulegen.

Wenn wir das alles in Betracht ziehen, müssen wir, um Frieden zu schaffen, den Nutzen der gesamten Menschheit eher als den eigenen Vorteil suchen, der Hunger nach Land und die Feindseligkeiten müssen zu einem Ende kommen und die Ideengebäude der Fanatiker müssen zerstört werden. Um dieses Ziel erreichen zu können, bedarf es wahren Glaubens, religiöser Moralvorstellungen, vieler Gläubiger und des Korans als Essenzialia auf diesem Weg. Denn Konflikte, die auf der Sehnsucht nach politischem und monetärem Vorteil gründen, oder nach Land oder Durchsetzung einer Ideologie, verstärken sich zunehmend und nehmen die schlimmsten Formen an.

Was mit all diesen Erscheinungen aufräumen kann, ist eine anständige Erziehung im wahren Glaubensverständnis mit dem Koran als Referenzpunkt. Diese Erziehung kann alle Irrtümer dieser Art eliminieren und alle Feindseligkeiten absorbieren. Hat sich das Gedankengefüge der Menschen erst einmal zum Positiven geändert, wird es für Feindschaft und Krieg keine Grundlage mehr geben und die einzige Art und Weise, um eine Änderung im Gedankengefüge zu bewirken, wird die Bildung gemäß den Moralvorstellungen des Korans sein.

Ein bedeutsamer Grund für gesteigerten Radikalismus: Guantanamo

Die umfassend revidierte Fassung des CIA-Berichts über Guantanamo wurde im Frühjahr des Jahres 2015 publiziert. Der Bericht zog weltweit hohe Aufmerksamkeit auf sich. Während schwere Folter an Gefangenen durch die USA im Lager an Gefangenen, die auf der Basis bloßer Verdächtigungen festgehalten wurden, schon zuvor als bekannte Tatsache galt, vor allem nach dem 11. September, dokumentierte dieser Bericht diese Folter. Durch die Bilder aus dem berüchtigten Gefängnis Abu Ghuraib wusste die Welt bereits mehr oder weniger, wie einige nachrichtendienstliche Stellen in den USA nach dem 11. September gearbeitet hatten und kannte die Verhör- und Verfolgungstechniken aus Guantanamo durch Augenzeugenberichte und Berichte freigelassener Gefangener. Es liegt auf der Hand, dass es auch bereits vor dem 11. September in manchen Teilen der USA Folter gegeben hat, aber erst in diesem Bericht konnte man in voller Tragweite erkennen, welche neuen Foltermethoden erfunden wurden und welche Geldmittel freigesetzt wurden, um Experten damit zu betrauen, diese Techniken umzusetzen. Was also haben die Jahre der Folter den USA und der freien Welt tatsächlich gebracht?

Wir können diese Frage leicht beantworten mit den Worten „gar nichts". US-Senator Harry Reid räumte sogar ein, die Folter habe nichts bewirkt, außer das Ansehen der USA in der Welt zu beschädigen.1 Forscher haben nach umfassender Auswertung des sechs Millionen Seiten umfassenden CIA-Dokuments bestätigt, dass der Nachrichtendienst überhaupt keine wertvollen Informationen erlangen konnte.

Es ist nur allzu bekannt, dass es fast unmöglich ist, von führenden Funktionären oder Mitgliedern radikaler Terrororganisationen brauchbare Informationen in Echtzeit zu erlangen. Terroristen, die über solche Informationen verfügen, werden sich entweder zu einem Schusswechsel mit Sicherheitskräften, Militärs oder Polizei hinreißen lassen oder sich selbst töten oder töten lassen, sobald ihnen die Festnahme droht. Dies hat sich immer und immer wieder so zugetragen. Hingegen hat die Auswertung der Profile der durch die USA festgenommenen und inhaftierten Personen ergeben, dass sich die Mehrheit widerstandslos festnehmen ließ. Die von diesen Personen erhaltenen Informationen waren unechte Geständnisse, die eines zum Ziel hatten: Die Folter zu beenden.

Torture is a form of oppression that is also opposed to Christian values. A sincere Christian can never find this reasonable.

Etwas Anderes, worauf wir uns konzentrieren müssen, sind die Werte, welche die USA zu schützen kämpft, und die Tatsache, dass Folter keinen Platz unter diesen Werten haben sollte. Die USA wollen, dass ihr eigenes Volk frei ist, keine Angst vor Angriffen haben muss und ein Land aufbauen, in dem die eigenen traditionellen Werte in Ruhe und Frieden bewahrt werden. Für diese gerechtfertigten Wünsche gibt man Trillionen von US-Dollar aus und opfert, wenn nötig, Tausende junger Leben auf dem Schlachtfeld. Allerdings war es noch immer nicht möglich, ein vollständiges Ergebnis zu erzielen.

Wie wir alle wissen, beschreiben sich die USA, auch wenn sie über eine säkulare Verfassung verfügen, als christliche Gesellschaft und sind sehr viel konservativer als Europa. Befiehlt aber nicht auch die Bibel, die Heilige Schrift dieser konservativen Gemeinschaft, Liebe, Mitgefühl, Vergebung und Einheit? Welcher Christ könnte die Idee billigen, dass eine Person, die welches Verbrechen auch immer begangen haben soll, auf barbarische Weise zu Tode gefoltert werden soll? Die USA sollten für ihre spirituellen Werte einstehen und ihnen auch bei harten Zeiten treu zu bleiben.

Folter ist auch kein Mittel des Kampfes, sondern eine Kultur der Grausamkeit. In 12 Jahren des Krieges haben die durch Folter erlangte Informationen nicht im Geringsten geholfen, Gruppen wie Al-Qaida oder die Taliban zu eliminieren oder auch nur signifikant zu schwächen.

Im Gegenteil, die Terrororganisationen sogar stärker geworden, haben sich sogar noch über weitere Teile der Welt2 ausgebreitet und wurden nur zu einer noch größeren Gefahr, indem sie neue Gruppen gebildet haben. Die Angriffe der USA haben zum Tod einer Vielzahl von Zivilisten geführt, und statt die Gründe, die zum Aufstieg Al-Qaidas geführt haben, auf der intellektuellen Ebene zu bekämpfen, hat der Versuch, die Menschen, die durch diese Gründe angetrieben wurden, militärisch zu bekämpfen, zur Folge gehabt, dass die Terroristen ihre Einflusssphären durch die Einbindung zusätzlicher Subgruppen auch noch vergrößern konnten.3

Auf Destruktivität mit noch destruktiveren Methoden zu reagieren, kann keine Wiederholung von Schreckenstaten verhindern. Gewalt zieht stets noch mehr Gewalt, Blutvergießen noch mehr Blutvergießen nach sich. Deshalb wird der Ansatz, im Kampf gegen radikalen Terror immer neue und noch radikalere Praktiken anzuwenden, nur in einen Teufelskreis führen, der die Propaganda der Terrororganisationen bestätigt und ihre Basis verbreitert. Dies öffnet die Türe zu immer wieder neuen, nicht enden wollenden Konflikten. Wir bedürfen einer Rückkehr zu einer Grundlage wechselseitiger Anteilnahme und Liebe, wenn wir wollen, dass künftige Generationen in einem menschlichen Klima leben können, in dem die Menschenrechte respektiert werden.

 

Fussnoten

2. http://www.ibtimes.com/why-do-people-join-isis-psychology-terrorist-1680444

3. Karen Armstrong, Holy War, MacMillan London Limited, 1988, S. 25

4. Tabari, Ta' rikh, 1, 1850, zitiert bei Majid Khadduri, War and Peace in the Law of Islam, Johns Hopkins Press, Baltimore, 1955, S. 102

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