Islam verflucht den Terror

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Kapitel 2.
Der Islam und die Buchreligionen in der Geschichte

Jeder, der mit einem unabhängigen Blick die Beziehungen von Muslimen mit unter Islamischer Herrschaft lebenden Christen und Juden seit Beginn der Geschichte des Islam untersucht, wird eindeutig feststellen: Die Anhänger der Buchreligionen lebten unter Islamischer Herrschaft immer in Ruhe und Sicherheit. Juden und Christen, die oftmals durch die Herrschaft unterschiedlicher Religionen und Glaubensrichtungen der Unterdrückung ausgesetzt waren, fanden Zuflucht und Sicherheit in Muslimischen Ländern. Der wichtigste Grund, weshalb die Anhänger der Buchreligionen auf Islamischen Boden ein ruhiges und ungestörtes Leben führen konnten, ist die Tatsache, dass das Verhalten der Muslime gegenüber den Anhängern der Buchreligion entsprechend der Quranischen Moral festgelegt ist.

Der Islam, der eine Religion des Friedens und der Toleranz ist, fordert alle Menschen auf, sich gerecht und in guter Absicht zu verhalten. Fromme Muslime sind der von Allah befohlenen Moral gemäß tolerant, nachsichtig, bescheiden, verständnisvoll, von angenehmen Betragen und sind herzliche und aufrichtige Menschen. Allah befahl den Gläubigen gerecht zu sein, sich selbst und den eigenen Angehörigen gegenüber, zuerst Waisen und Gefangene zu ernähren auch wenn die Gläubigen selbst bedürftig sind, opferbereit und geduldig zu sein und entschlossen die gute Moral zu vertreten. Ein Gläubiger, der diese Moral lebt, ist gleichzeitig auch tolerant gegenüber Andersgläubigen und Andersdenkenden. In dem Bewußtsein, dass es in der Religion keinen Zwang gibt, ist man beim Einladen der Menschen auf den Weg der rechten Religion stets höflich; das Ziel dabei ist, den rechten Weg zu weisen, das Gewissen des Gegenübers anzusprechen und Anlaß dafür zu sein, dass dieser eine gute Moral lebt. Doch dies ist nur möglich, wenn Allah den Menschen den rechten Weg zeigt. Mit dem Vers , "... Wissen die Gläubigen etwa nicht, dass Allah alle Menschen rechtleiten würde, wenn Er es wollte? ..." (Sure ar-Ra'd, 31) erinnert Allah die Muslime daran, dass ihre Herzen in Seiner Hand sind und das der Mensch nur mit Seinem Willen den rechten Weg erreichen kann. In einem anderen Vers wird folgendermaßen befohlen:

Du kannst gewiss nicht jeden rechtleiten, den du liebst, sondern Allah leitet recht, wen Er will. Und Er kennt am besten diejenigen, welche sich rechtleiten lassen. (Sure al-Qasas, 56)

Die Aufgabe der Muslime besteht darin, die Tatsachen zu erklären und die Menschen auf den rechten Weg einzuladen. Ob andere Menschen dies akzeptieren oder nicht, ist ihrem eigenen Gewissen überlassen. Im Quran berichtet Allah:

Kein Zwang im Glauben! Klar ist nunmehr das Rechte vom Irrtum unterschieden. Wer die falschen Götter verwirft und an Allah glaubt, der hat den festesten Halt erfasst, der nicht reißen wird. Und Allah ist hörend und wissend. (Sure al-Baqara, 256)

Diese Moral der Muslime gilt natürlich auch für die Beziehungen zu den Anhängern der Buchreligionen. Überdies beschrieb der Herr den Gläubigen im Quran ausführlich, wie sie sich den Anhängern der Buchreligionen gegenüber zu verhalten haben. Untersucht man diese Verse, dann wird deutlich, dass die Muslimische Gesellschaft die Existenz von Juden und Christen anerkennt und dass deren Rechte von den Muslimen zu schützen sind. Muslime müssen Juden und Christen äußerst barmherzig betrachten. Aufrichtig glaubende Juden und Christen – wie sehr sich in deren Glauben und deren Gebete auch so manche Verwirrung eingeschlichen hat – sind Menschen, die an die Existenz Allahs glauben, an die Engel, die Propheten und den Tag des Gerichts und die das Leben nach der religiösen Moral als Notwendigkeit erkennen. Diese Tatsache ist ein wichtiges Maß bei der Annäherung der Muslime an die Anhänger der Buchreligionen.

… Jedem von euch gaben Wir ein Gesetz und einen Weg. Wenn Allah gewollt hätte, hätte Er euch zu einer einigen Gemeinde gemacht. Doch Er will euch in dem prüfen, was Er euch gegeben hat. Wetteifert darum im Guten. Zu Allah ist euere Heimkehr allzumal…
(Sure al-Ma’ida, 48)

In einem Vers berichtet Allah, dass Juden und Christen, die an Allah und die Endzeit glauben und fromme Werke verrichten, die Gegenleistung dieser dafür in bester Weise erhalten werden:

Siehe, die da glauben, auch die Juden und die Christen und die Sabäer- wer immer an Allah glaubt und an den Jüngsten Tag und das Rechte tut, die haben ihren Lohn bei ihrem Herrn. Keine Furcht kommt über sie, und sie werden nicht traurig sein. (Sure al-Baqara, 62)

Die Bedeutung dieses Verses ist klar und deutlich. Muslimen, Juden und Christen, die an Allah und die Endzeit glauben und fromme Werke verrichten, wird die Freudenbotschaft überbracht; dies ist die Nachricht, dass die genannten Gläubigen Rettung und Wohlbefinden erreichen werden. Im 48. Vers der Sure al-Ma'ida wird berichtet, dass den Menschen ein Gesetz und einen Weg gegeben wurde, und dass jeder in diesem Sinn "im Guten wetteifern" (Sure al-Ma'ida, 48) soll. Dies zeigt, dass Juden, Christen und Muslime, die aufrichtig an Allah und die Endzeit glauben, notwendigerweise für das Wohlgefallen Allahs um gute Taten wetteifern. Daher ist es für Muslime unmöglich, sich hart und intolerant zu verhalten gegenüber Menschen, die wie sie selbst an Allah glauben, fromme Werke verrichten und ein moralisches Verhalten an den Tag legen. Der Beweis für Muslimische Toleranz findet sich überall in der Islamischen Geschichte.

Doch bevor wir diese Geschichte genauer untersuchen, ist es von Nutzen, die Einstellung der Muslime gegenüber den Anhängern der Buchreligionen darzulegen, insbesondere die Liebe und Achtung der Muslime für die Propheten Moses (Fsai) und Jesus (Fsai).

Die Liebe der Muslime zu den Propheten Moses und Jesus

Dieses im Louvre Museum ausgestellte Gemälde stellt eines der Wunder dar, die der Prophet Jesus mit dem willen Allahs vollbrachte, nämlich die Heilung der Kranken. Nicolas Poussin (1594-1665) "Jesus bei der Heilung der Blinden".

Allah vermittelte den Menschen Seine Offenbarung stets über Botschafter. Die Propheten sind von Allah ausgewählte gesegnete Menschen, denen der Herr Gottesgaben zuteil werden ließ. Die Propheten, die für alle Menschen zum Vorbild erschaffen wurden, erklärten die Religion Allahs allen Gesellschaften, zu denen sie gesandt wurden, befahlen ihnen gut zu sein, sich vor Schlechtem zu hüten und wurden so zum Anlaß für die Menschen, an Allah zu glauben. Der Quran berichtet in vielen Versen von den Gesellschaften, die in der Vergangenheit lebten, und er gibt Beispiele vom Leben der Propheten, die zu diesen Gesellschaften geschickt wurden. In den Prophetengeschichten im Quran wird ausführlich die Verkündung der Existenz Allahs und der Religion durch diese heiligen Menschen dargelegt, deren Auseinandersetzung mit den Leugnern und die Entgegnungen der Menschen, denen verkündet wurde; allen Menschen zum Vorbild werden hervorragende moralische Besonderheiten wie Geduld, Opferbereitschaft, Aufrichtigkeit, Feinfühligkeit und Menschlichkeit gezeigt. Die Muslime, die in dem Bewußtsein leben, dass alle Propheten von Allah auserwählte und gesegnete Menschen sind, glauben an alle Propheten. Allah teilt im Quran mit, dass die Religion, die dem Propheten Noah und dem Propheten Abraham offenbart wurde, auch den Propheten Moses (Fsai), Jesus (Fsai) und Muhammad (s.a.w.s) offenbart wurde:

Er hat euch als Religion anbefohlen, was Er Noah vorschrieb und was Wir dir offenbarten und Abraham und Moses und Jesus auftrugen: am Glauben festzuhalten und ihn nicht zu spalten. Schwer ist für die Götzendiener das, wozu du sie aufrufst. Allah erwählt dafür, wen Er will, und leitet dahin, wer sich reumütig bekehrt. (Sure asch-Schura, 13)

Allah sagt im Quran, dass die schönsten Vorbilder für die an Allah und die Endzeit Glaubenden bei den Gesandten Allahs zu finden sind. (Sure al-Azhab, 21) Aus diesem Grund ist eines der wichtigsten Ziele für fromme Muslime, mit der Moral des Propheten in Einklang zu sein, den ehrenvollen Weg unserer Propheten zu verfolgen und nachzuvollziehen, wie diese zu Menschen zu werden, die Allahs Wohlgefallen erweckten. Moses (Fsai) und Jesus (Fsai) sind Propheten, deren Leben im Quran ausführlich erläutert wird. überdies zeigen das heilige Leben und die Moral dieser Menschen viele weise Vorbilder für Muslime.

Folgendermaßen berichtet uns Allah im Quran davon, dass die Propheten Moses (Fsai) und sein Bruder Aaron (Fsai) Diener sind, die sich in Seiner Gunst befinden:

Fürwahr, Wir waren auch gegenüber Moses und Aaron gnädig. Und erretteten beide und ihr Volk aus großer Drangsal. Wir halfen ihnen, und so wurden sie die Sieger. Und Wir gaben beiden die deutliche Schrift und führten beide auf den rechten Weg und bewahrten ihr Ansehen unter den späteren (Geschlechtern). "Friede sei mit Moses und Aaron!" So belohnen Wir die Rechtschaffenen. Sie gehörten gewiss zu Unseren gläubigen Dienern. (Sure as-Saffat, 114-122)

Allah sandte den Israeliten, die sich in der Gefangenschaft des Pharaos befanden, den Propheten Moses (Fsai) und gab ihm, wie im 154. Vers der Sure al-An'am mitgeteilt wird, das Buch "als eine Gnade für diejenigen, die Gutes tun und als eine Klarlegung aller Dinge und als Rechtleitung und Barmherzigkeit". Die Offenbarung, dass der Prophet Moses (Fsai) ausgewählt wurde, wird im Quran folgendermaßen beschrieben:

Kam denn die Geschichte von Moses nicht zu dir? Als er ein Feuer sah, sagte er seiner Sippe: "Haltet an! Seht, ich bemerke ein Feuer. Vielleicht bringe ich euch etwas Glut davon, oder ich finde durch das Feuer den richtigen Weg." Doch als er dorthin kam, wurde ihm zugerufen: "O Moses! Wahrlich, Ich bin dein Herr. Ziehe darum deine Schuhe aus! Siehe, du bist im heiligen Tal Tuwa. Und Ich habe dich auserwählt. Höre was geoffenbart wird! (Sure Taha, 9-13)

Der Prophet Moses (Fsai) führte sowohl gegen den Pharao und dessen Anhänger wie auch gegen Heuchler und Glaubensschwache eine große geistige Auseinandersetzung und war stets mit seiner Hingabe an Allah, Gottvertrauen, Geduld, Mut, Opferbereitschaft, Intelligenz, festen Glauben und Liebe allen Menschen ein Vorbild. Die Muslime achten den Propheten Moses (Fsai) von Herzen und glauben an ihn.

Der Prophet Jesus (Fsai) wird im Quran dagegen als "ein Gesandter Allahs und Sein Wort" (Sure an-Nisa, 171) beschrieben und es wird mitgeteilt, dass er "ein Zeichen für alle Welt" ist (Sure al-Anbiya, 91). Im Quran wird der Prophet Jesus (Fsai) folgendermaßen gelobt:

Als die Engel sprachen: "O Maria! Wahrlich, Allah verkündet dir (frohe Botschaft) durch ein Wort von Ihm: (einen Sohn), sein Name ist Messias, Jesus, der Sohn der Maria, angesehen in dieser Welt und im Jenseits, einer der (Allah) Nähestehenden. (Sure Al-Imran Sure, 45)

Der Quran beschreibt, dass manche Eigenheiten Jesus (Fsai) von anderen Propheten unterscheiden. Die Wichtigste ist, dass er nicht tot ist, sondern zu Allah erhoben wurde und wieder auf die Welt zurückkommen wird. Im Quran wird deutlich dargelegt, dass ihn die Leugner nicht "töteten und (zu Tode) kreuzigten" (Sure an-Nisa, 157) und dass Allah ihn zu Sich erhob. In keinem Vers wird davon gesprochen, dass der Prophet Jesus (Fsai) starb oder getötet wurde. Weiterhin beschreibt der Quran Ereignisse im Zusammenhang mit Jesus (Fsai), wie sie in der Geschichte noch nicht vorgekommen sind; diese Ereignisse geschehen erst dann, wenn Jesus (Fsai) zur Erde zurückkehrt. Der Quran lässt keinerlei Zweifel an diesen Ereignissen. So erwarten Muslime wie die Christen die zweite Ankunft des Propheten Jesus (Fsai) mit großer Begeisterung und sie bemühen sich, das Kommen des Messias Jesus (Fsai) in schönster Weise vorzubereiten.

Muhammad's vorbildliches Verhalten zu den Buchreligionen

Bis heute sind sechs der Verkündungsbriefe im Orginal erhalten gelieben, die der Prophet Muhammed an die Könige verschiedener Länder und einige Provinzgouverneure schrieb. Diese Briefe sind jeweils ein historisches Beispiel für die überragende Moral, Vergebungsfähigkeit und Toleranz des Propheten. Mit diesen Briefen lud er Regenten und Völker in bester und weisester Weise dazu ein, die rechte Religion zu leben. Der beeindruckende und ausgeglichene Stil der Briefe trug dazu bei, dass zahlreiche Menschen den Islam annahmen. Dieser weise Verkündungsstil Unseres Propheten dient allen Muslimen als Vorbild.

Der obige Brief wurde an den Gouverneur el Münzi von Ahsa geschrieben. Im Brief heißt es: “Friede möge über dir sein. Ich lade dich dazu ein, Allah zu preisen, außer dem es keinen anderen Allah gibt, und ich verkünde, dass es keinen anderen Gott gibt außer Ihm, dass Muhammed Sein Diener und Gesandter ist. Ich erinnere dich an den Allmächtigen und den erhabenen Allah. Denn wer einem guten Ratschlag folgt, der befindet sich im Guten und wer meinem Botschaftertum gehorcht und die Befehle ausführt, der wird persönlich mir gehorcht haben...”

Für das Verhalten der Muslime gegenüber den Buchreligionen ist der Prophet Muhammad (s.a.w.s) das schönste Vorbild. Juden und Christen gegenüber benahm er sich stets höchst gerecht und barmherzig, denn er wollte zwischen den Anhängern der göttlichen Religionen und den Muslimen eine Atmosphäre der Liebe und Versöhnung schaffen. Während seiner Zeit und nach ihn wurden Verträge abgeschlossen und Garantien gegeben, die Christen und Juden erlaubten, ihre Religionen wunschgemäß zu praktizieren und als unabhängige Religionsgemeinschaften zu leben. Während der ersten Jahre nach der Entstehung des Islam flüchtete sich ein Teil der Muslime, die dem Druck der Mekkanischen Heiden ausgesetzt waren, auf Rat des Propheten zu dem christlichen König Nedschaschi nach Äthiopien. Die Gläubigen jedoch, die gemeinsam mit dem Propheten nach Medina auswanderten, entwickelten mit den in Medina lebenden Juden ein Modell des Zusammenlebens, das für alle späteren Generationen zum Vorbild wurde. Die Toleranz, die während der Ausbreitung des Islam den jüdischen und christlichen Gesellschaften Arabiens erwiesen wurde, ging als ein Beispiel für Toleranz und Gerechtigkeit der Muslime in die Geschichte ein.

Der Brief, den der Prophet Muhammad an den äthiopischen König Necaşi sandte. Dabei ist die Einstellung der Muslime zu den Christen von besonderer Bedeutung. Nach dem Brief des Propheten Muhammad und den Reden der muslimischen Botschafter schützte Necaşi die in sein Land geflohenen Muslime. Im Brief steht folgendes geschrieben:

Er ist der Herrscher, der Heilige, der Heilbringende, der Glaubengewährende, der Beschützer.

Ich bezeuge, Jesus, der Sohn der Maria, war der Geist und das Wort Allahs, das Er der sehr reinen, keuschen und weltabgewandten Maria auflud und Maria wurde auf diese Weise schwanger; Allah hauchte ihrem Geist ein und schuf ihn so. Wie Er Adam mit allmächtiger Hand und Hauchen erschuf. Ich lade dich zu Allah ein, der eins ist und der keinen Teilhaber hat, zu Andachtsübungen an Ihn und zum Gehorsam und dazu, mir zuzugehören und den Dingen zu glauben, die ich von Allah brachte und verkündete. Denn ich bin der Gesandte Allahs.

Ich lade dich und deine Soldaten dazu ein, zu dem erhabenen Allah zu beten und zu gehorchen. Nehmt meinen Rat an.

Der Gruß möge für diejenigen sein, die sich auf dem rechten Weg befinden.

Ein Beispiel hierfür ist der Vers, "Und streitet nicht mit dem Volk der Schrift, es sei denn auf beste Art und Weise, außer mit jenen von ihnen, die unrecht handeln. Und sprecht: "Wir glauben an das, was zu uns herabgesandt wurde und was zu euch herabgesandt wurde..." (Sure al-'Ankabut, 46) Nachdem Muhammad (s.a.w.s) in den Vertrag, den er mit dem Stamm des Christen Ibn b' Harris b' Ka'b abschloss, die Artikel einfügte: "Im Osten und im Westen stehen Religionen, Kirchen, Leben, Sitten und Eigentum von allen dort lebenden Christen unter dem Schutz von Allah, dem Propheten und allen Gläubigen. Keiner, der die christliche Religion lebt, darf gegen seinen Willen zum Islam gezwungen werden. Ist ein Christ von einem Mordfall oder einer Ungerechtigkeit betroffen, dann sind alle Muslime verpfichtet diesem zu helfen."1

Der Prophet Muhammad (s.a.w.s) erlaubte den Juden, sich der Vereinbarung von Medina anzuschließen, die mit den Stämmen der Evs und Hazrec abgeschlossen wurde und schützte somit die Juden unter Muslimischer Herrschaft als religiöse Minderheit. Mit der Bestimmung "Die Beni Avf Juden formten zusammen mit den Gläubigen ein Volk. Die Juden haben ihre eigene Religion, die Muslime ihre eigene Religion"2 legte der Prophet die Basis der Toleranz, die die Muslime den Traditionen und dem Glauben der Juden erwiesen. Ohne Zweifel ist diese Toleranz, die Allah im Quran mitteilte, die schönste Manifestation der Bestimmung: "Euch euer Glaube und mir mein Glaube!" (Sure al-Kafirun, 6).

Als eine Notwendigkeit der Moral, die unser Herr befahl, beschränkte sich der Prophet nicht nur darauf, den Anhängern der Buchreligionen Verständnis und Barmherzigkeit entgegen zu bringen, sondern er lehrte darüber hinaus seine Gefährten, dass es erforderlich ist, die unter Islamischer Herrschaft lebenden Juden und Christen zu schützen. Die Urkunden, die der Prophet persönlich den Anhängern der Buchreligionen von Edruh, Makna, Hayber, Necran und Akabe übergab zeigen, dass die Muslime die Sicherheit und den Besitz der Anhänger der Buchreligionen garantierten und ihnen vollständige Freiheit des Glaubens und Gebets zusicherten. Interessant sind vor allem die Artikel, die sich in der Vereinbarung des Propheten mit den Necran befinden:

Eine Orginalkopie des Briefes, den der Prophet Muhammad an den Gassan König, Schemir el-Gassani schickte.

Leben, Besitz, Religionen, Waren, Familien, Kirchen und alles was die Necran besitzen und sich in deren Umgebung befindet, steht unter dem Schutz Allahs und Seines Propheten.

Kirche und Klöster bleiben in Besitz von Bischöfen und Mönchen und kein Geistlicher ist gezwungen, sein Leben als Geistlicher aufzugeben. Sie werden weder Belästigungen ausgesetzt noch erniedrigt und ihr Boden wird nicht von unserem Heer besetzt.

Jeder der Gerechtigkeit sucht, wird Gerechtigkeit finden, es wird keine Unterdrückung oder Tyrannei geben.3

Daneben gibt es Berichte darüber, dass der Prophet Muhammad (s.a.w.s) an den Hochzeitsessen der Anhänger der Buchreligionen teilnahm, deren Kranke besuchte und diesen Geschenke zukommen ließ. Es wird sogar gesagt, dass der Prophet Muhammad (s.a.w.s) seinen Mantel ausbreitete, als die Necran Christen zu Besuch kamen und sie einlud, darauf zu sitzen. Auch nach dem Tod des Propheten stützte sich die Moral der Muslime gegenüber den Buchreligionen auf die Toleranz, die der Prophet Muhammad (s.a.w.s) Zeit seines Lebens anderen Gesellschaften gegenüber an den Tag gelegt hat.

Freiheit von Religion und Andacht unter Islamischer Herrschaft

Ein Erlaß, der im Jahr 638 im Namen des orthodoxen Patriarchen Sophronios von dem erhabenen Omar erlassen wurde. Er teilt mit, dass die Rechte aller Christen garantiert sind, die auf dem heiligen Boden leben.

Mit der Zeit des Propheten Muhammad begann auf Islamischen Boden die Religionsfreiheit. Glaube, Gebete, Kirchen, Synagogen und die religiösen Schulen von Juden und Christen standen unter dem Schutz der Muslime. Garantien, die den Schutz von Synagogen und Kirchen beinhalteten waren wichtige Bestimmungen in den Vereinbarungen, die mit den Anhängern der Buchreligionen abgeschlossenen wurden. Die Vereinbarungen aus der Anfangszeit des Islam enthalten auch Artikel, die den Aufenthalt von reisenden Muslimen in den Klöstern entlang ihrer Route regelten. Dies ist ein Zeichen dafür, dass die Muslime ihre Beziehungen zu den Anhängern der Buchreligionen auf einer Basis gegenseitiger Achtung aufbauten und Wert darauf legten, mit ihnen im Dialog zu stehen.

Meistens reagierten die Anhänger der Buchreligionen positiv auf diese Annäherung der Muslime. Aufmerksamkeit erregen die folgenden Worte aus dem Dokument, das die syrischen Christen Ebu Ubeyde vorlegten und das als Vertrag von Omar in die Geschichte einging:

Wir werden den Muslimen unsere Kirchen weder am Tag noch des nachts verweigern, wir werden die Türen für Reisende und diejenigen, die nicht weiterkönnen, offenhalten... Muslimische Reisende werden wir unserer Tradition entsprechend bewirten und mit Nahrungsmitteln versorgen. Wir werden Muslime nicht beleidigen und jeder, der einen Muslim kränkt, wird als Strafe seine eigenen Rechte verlieren.4

Dery Jakup Kloster, Urfa, 1. Jahrhundert.

Wie auch in dem im Quran genannten Vers "... Und hätte Allah nicht die einen Menschen durch die anderen abgewehrt, wären (viele) Klöster, Kirchen, Synagogen und Moscheen, in denen Allahs Name häufig gedacht wird, bestimmt zerstört worden..." (Sure al-Hadsch, 40) ausgedrückt wird, waren für die Muslime die Gebetshäuser der Buchreligionen heilige Orte, in denen an den Namen Allahs erinnert wurde und der Schutz dieser Orte lag in der Verantwortung der Gläubigen. Aus diesem Grund wurden die heiligen Stätten von Christen und Juden während der Islamischen Herrschaft besonders geschützt und man gewährleistete, dass die Gläubigen ihre Gebete in ihren Gebetsstätten verrichten konnten. So finden sich zum Beispiel Belege darüber, dass den Christen in der Stadt Taberriye, die zur Zeit von Abu Bakr eingenommen wurde, die Unantastbarkeit ihrer Kirchen garantiert wurde. In gleicher Weise wurde in einer vor der Eroberung von Dimeschk (Damaskus) verfassten Garantie versichert, dass die Kirchen nicht geschleift und die Siedlungen nicht berührt werden.

In einer Garantie, die der Kalif Omar der Bevölkerung von Jerusalem gab, wird mitgeteilt, dass die Gebetsstätten der Anhänger der Buchreligionen nicht berührt werden würden. Zu Zeiten des Kalifen Osman wurde in der Garantie, die Christen, Juden und Zoroastriern vor der Eroberung der armenischen Stadt Debil gegeben wurde zugesichert, die Gotteshäuser zu schützen.5 Außerdem war jederzeit die Reparatur zerstörter Kirchen und der Bau neuer Synagogen und Klöster erlaubt. So wurde zum Beispiel das Sankt Georgs Kloster, das sich außerhalb von Madain befindet und das von Bischof Mar Amme niedergebrannt worden war, unter dem Kalifen Omar neu erbaut.

Kirche im Drof Germüş, Urfa

Gebetsstätten und heilige Bezirke der Anhänger der Buchreligionen wurden von der islamischen Verwaltung sorgfältig geschützt.

Es lassen sich viele weitere Beispiele anführen, wie die Hilfe des ägyptischen Gouverneurs Ukbe zum Bau eines Kloster der Nestorier, die Reparatur der Kirche von Urfa zur Zeit von Muawiyya und der Bau des Markusklosters in Alexandria. Die Tatsache, dass auch heute noch Kirchen in Palästina, Syrien, Jordanien, Ägypten und Irak vorhanden sind, ist ein Anzeichen für die Achtung, die die Muslime den anderen Göttlichen Religionen entgegen brachten. Das Kloster Sina, heute einvielbesuchter Wallfahrtsort für Christen sowie die gleich daneben liegende Kirche sind ein weiteres Beispiel für die Toleranz der Muslime.

Auch unter Muslimischer Herrschaft wurden die Feiertage, die einen wichtigen Bestandteil von Tradition und Glauben der Angehörigen der Buchreligionen darstellen, auf Wunsch im Gotteshaus und in der gewünschten Form begangen; manchmal nahmen sogar die Muslimischen Herrscher an den Feierlichkeiten teil. Ein Brief des 3. nestorischen Patriarchen ist ein schönes Beispiel für die Toleranz der Muslimischen Führung gegenüber den Buchreligionen:

Die Araber ... unterdrückten uns niemals. Tatsächlich erwiesen sie unserer Religion, unseren Geistlichen, unseren Kirchen und Klöstern Achtung.6

Der jüdische Reisende des 12. Jahrhunderts, Tudelah Benjamin, kann seine Bewunderung für die Toleranz und die gemeinschaftliche Lebenskultur kaum verbergen, die er während eines Besuchs Muslimischer Gebiete kennengelernt hatte. Er stellte fest, eine solche Toleranz sei christlichen Europa nicht anzutreffen. Benjamin beschreibt, wie Muslime und Juden in den heiligen Stätten gemeinsam beten, wie direkt neben den Synagogen Moscheen erbaut sind und wie beide Glaubensgemeinschaften die Feiertage der jeweils anderen begehen.7

Alle diese historischen Belege dokumentieren, dass der Islam eine friedliche und tolerante Religion ist. Unter der islamischen Herrschaft lebten Christen und Juden ganz nach Wunsch und nutzten alle Möglichkeiten aus, die Religions- und Gewissensfreiheit gewährleisteten.

Jerusalem und der heilige Boden Dessen Umgebung ist für die Christen ebenso heilig wie für Muslime und Juden; dort befinden sich zahlreiche historische Gebetsstätten und heilige Bereiche. Viele Klöster und Kirchen, deren Geschichte bis in das 4. Jahrhundert zurückreicht, stehen heute unter Schutz. Unter der Islamischen Verwaltung beteten Muslime, Juden und Christen in ihren eigenen heiligen Bereichen und lebten in Ruhe und Sicherheit. Mit der Allianz der aufrichtig Glaubenden ist es auch heute möglich, das gleiche Umfeld der Ruhe zu sichern. .

Die Geschichte des Klosters des Hlg. Georg in Eriha erstreckt sich bis in das 5. Jahrhundert zurück.

Das Kloster des Hlg. Sabas. Es wurde zu Beginn des 4. Jahrhunderts erbaut.

Ein Bild des Berges Sinai.

Und streitet nicht mit dem Volk der Schrift, es sei denn auf beste Art und Weise, außer mit jenen von ihnen, die unrecht handeln. Und sprecht:
"Wir glauben an das, was zu uns herabgesandt wurde und was zu euch herabgesandt wurde. Unser Gott und euer Gott ist ein und derselbe.
Und Ihm sind wir ergeben."
(Sure al-'Ankabut, 46)

Die Zuflucht von Juden und Christen unter die Herrschaft des Islam

Unter osmanischer Herrschaft lebten Juden, Christen und Muslime gemeinsam in einem freundschaftlichen Umfeld. Die Anhänger der Buchreligionen waren mit der muslimischen Herrschaft zufrieden. Diese Gravur zeigt ein Gebet für den Sieg des osmanischen Heeres in der Ahida Synagoge während des osmanisch-russischen Krieges 1877. An dem Gottesdienst nahm auch der damalige Großwesir teil.

Während Christen und Juden unter Muslimischer Herrschaft die Möglichkeit hatten, von allen Freiheiten in höchstem Maße zu profitieren, erlebten sie ähnliche Toleranz und Barmherzigkeit nicht bei den Angehörigen anderer Religionen. Im ersten Jahrhundert nach Christus unterdrückten die Juden die Christen, mit zunehmendem Erstarken der Christen in den späteren Jahrhunderten übten die Christen Druck auf die Juden und auf Christen anderer Glaubensrichtungen aus. Dieser Druck, der vom Ende des Mittelalters bis ins 17. Jahrhundert hinein am stärksten war, führte dazu, dass zahlreiche Juden und Christen anderer Glaubensrichtungen sich in die Barmherzigkeit und den Schutz der Muslime flüchteten. Die Politik der Unterdrückung und Gewalt war in den Islamischen Gebieten zu keiner Zeit bekannt. Druck wurde in der Anfangszeit des Islam von den Byzantinern auf die Jakobiter Ägyptens und anderer Regionen ausgeübt und von den europäischen Christen während der Kreuzzüge auf Juden und orthodoxe Christen entlang des Reiseweges, sowie in Jerusalem und Umgebung. Doch es gab keine Unterdrückung wie die der Juden Europas durch die Christen und keine Gewalt wie die der Christen Spaniens gegenüber den Muslimen und Juden.

Das beste Beispiel für diese Toleranz ist zweifellos das Osmanische Reich. Die Worte des Patriarchen Makarios von Antalya, der die Unterdrückung der Orthodoxen Christen im katholischen Polen mit der Osmanischen Herrschaft vergleicht, belegen diese Tatsache:

Wir haben Tausende von Menschen, Frauen und Mädchen und Männern beweint, die von diesen Ungläubigen getötet wurden. Die Polen wollen den Namen Orthodox von der Erde verschwinden lassen. Allah möge den Türkischen Staat ewig bestehen lassen. Denn die Türken mischen sich nicht in die Religion der Juden und Christen ein, immer wenn sie Steuern verlangen.8

Siehe, diejenigen Menschen, die Abraham am nächsten stehen, sid wahrlich jene, die ihm folgen, und das sind der Prophet und die Gläubigen. Und Allah ist der Hort der Gläubigen.
(Sure Al-Imran, 68)

Ein Gemälde, das den prunkvollen Empfang des Sultans und seines Gefolges in einer christlichen Stadt zeigt. Anonym, Ende des 17. Jahrhunderts.

Auf dem obigen Gemälde ist ein Treffen katholischer, orthodoxer, jüdischer und Muslimischer Geistlicher auf palästinensischem Boden zu sehen. Der Frieden, den die osmanische Verwaltung der Region brachte, ging nach dem Niedergang des Osmanischen Reiches verloren. Der Frieden wird mit der Einheit der aufrichtig Glaubenden wieder möglich.

Die Juden, die vor der Tyrannei der Spanier flüchteten, fanden Ruhe und Sicherheit auf Osmanischem Boden. Die Juden, die aus Spanien in andere Länder flüchteten, begegneten dort großen Schwierigkeiten und Problemen. Da ihnen meistens verboten wurde, die Städte zu betreten, starben sie an Hunger und Durst vor den Stadttoren. Diejenigen jedoch, die die Reise auf den Schiffen der Genueser antraten, wurden entweder von den Schiffseignern unterdrückt oder als Gefangene an Piraten verkauft. Sultan Beyazit jedoch, der den Juden die Grenzen seines Reiches öffnete, sandte einen Erlaß an alle Provinzen, damit den Juden die erforderliche Toleranz und Gastfreundschaft entgegengebracht wurde. Der Erlaß besagte "Die spanischen Juden mögen nicht zurückgewiesen sondern herzlich empfangen werden; diejenigen, die das Gegenteil tun und die Auswanderer schlecht behandeln oder Anlaß zu auch nur dem kleinsten Schaden geben, werden mit dem Tode bestraft..."9 Diese Gastfreundschaft und Toleranz des Sultan Beyazit, der wegen seiner Religiosität in die Geschichte einging, resultierte aus seiner Bindung an die Quranische Moral.

Predigt des Oberrabbiners in der Großen Synagoge in Jerusalem. Während der osmanischen Verwaltung konnten die Juden alle Andachten und religiösen Versammlungen wie gewünscht veranstalten.

Christliche Pilger, die die Kirche des Heiligen Grabes besuchen, 1836. Christliche Pilger konnten den palästinensichen Boden unter Muslimischer Herrschaft nach Wunsch besuchen und ihre Gebete frei verrichten.

Ein weiteres Beispiel für das sorgenfreie Leben, das Juden und Christen unter der Islamischen Herrschaft führten, ist der omaijadische Staat Andalusiens. Dieser Staat verfügte über eine hohe Zivilisation, der das Europa dieser Zeit nichts Vergleichbares entgegenzusetzen hatte. Die grundlegende Besonderheit dieser Zivilisation war ihre religiöse Toleranz. Es gab ein geflügeltes Wort über die Juden Granadas, das die letzte Bastion des unter den christlichen Angriffen zunehmend kleiner werdenden Machtbereichs des Islam war: "Diejenigen, die das prunkvolle Leben der Juden Granadas noch nicht gesehen haben, wissen nicht was Pomp ist." Zu dieser Zeit war Granada für Juden der sicherste Ort auf Erden.10

Ein weiteres Gebiet, in dem die Bevölkerung unter der Islamischen Herrschaft zur Ruhe fand, ist Palästina. Die jüdischen und christlichen Gemeinden Palästinas besaßen während der Islamischen Herrschaft Glaubensfreiheit, sie lebten unter der Muslimischen Leitung in Ruhe und Sicherheit und gingen frei ihrem Handel und Handwerk nach. Das Osmanische Reich sicherte dieser Region einen 500 Jahre dauernden Frieden und es war später nicht möglich, die von den Osmanen errichtete Ordnung von neuem herzustellen. Die Freiheit und die Toleranz, die die Osmanen Jerusalem und seiner Umgebung entgegen brachten, drückt der frühere israelische Außenminister Abba Eban folgendermaßen aus:

Jerusalem und das jüdische Volk, die seit den Römern von allen Besatzern lediglich für Blut und Folter würdig befunden wurden, lernten erst mit der Eroberung Jerusalems durch Sultan Saladin und der Festigung dieser Eroberung durch Sultan Kanuni was menschenwürdiges Leben und was Gleichheit heißt und welche Bedeutung der Geschmack von Ruhe hat.11

Nicht nur in Palästina, überall in der Islamischen Welt lebten Juden und Christen mit Muslimen jahrhundertelang in Ruhe und Sicherheit in denselben Städten, sogar in denselben Stadtvierteln. Juden und Christen trieben in den unter Muslimischer Herrschaft befindlichen Regionen Handel und besaßen Eigentum und konnten, ebenso wie sie Verpflichtungen in verschiedenen Berufsgruppen übernahmen, auch Pflichten am Hof übernehmen. Sie profitierten von der Freiheit der Ideen und Gedanken, wurden Teil des wissenschaftlichen und kulturellen Lebens und hinterliessen ihre Werke bis in unsere heutige Zeit. Ebenso wie sie keinerlei Beschränkungen iihrer sozialen Rechte ausgesetzt waren, gewannen sie durch die Glaubens- und Gebetsfreiheit. So ist zum Beispiel in historischen Qellen verzeichnet, dass die christlichen Ärzte, die ihren Dienst am abbasidischen Hof versahen, mit ihren Familien und Mitarbeitern ungehindert die Bibel lesen und beten konnten.

Die Moschee des Ehrwürdigen Omar David Roberts, Mathaf Galerie, London

Gepriesen sei Der, Der seinen Diener des Nachts von der unverletzlichen Moschee  zur fernsten Moschee führte, deren Umgebung... Wir gesegnet haben, um ihm einige von Unseren Zeichen zu zeigen. Wahrlich, Er ist der Hörende, der Schauende.
(Sure al-Isra, 1)

Die Bedeutung, die in der Islamischen Welt der Wissenschaft und Forschung zugemessen wurde, sicherte insbesondere christlichen und jüdischen Wissenschaftlern den Schutz der Kalifen zu. In Islamischen Gebieten versammelten sich die Wissenschaftler unterschiedlicher Religionen mit der Staatsführung und wissenschaftliche Diskussionen wurden veranstaltet. Christliche und jüdische Mediziner tauschten sich mit ihren Muslimischen Kollegen aus und zahlreiche wichtige medizinische Werke dieser Zeit wurden auf Versammlungen und Diskussionen mit den Kalifen und den staatlichen Würdenträgern zu Papier gebracht.12

Ein Bild der Klagemauer aus dem Jahr 1900.

Und siehe, unter den Leuten der Schrift gibt es welche, die an Allah glauben und an das, was zu euch hinabgesandt wurde und was zu ihnen hinabgesandt wurde Sie sind demütig vor Allah und verkaufen die Zeichen Allahs nicht für einen winzigen Preis Ihr Lohn ist bei ihrem Herrn; siehe, Allah ist schnell im Rechnen.
(Sure Al-Imran, 199)

Unter der Muslimischen Herrschaft verfügten Juden und Christen über ein äußerst lebhaftes kulturelles Leben. Juden und Christen konnten die Arbeiten zur Unterrichtung ihres Volkes in ihrer Religion nach Wunsch vervielfältigen und verteilen. In einer Zeit, in der die Muslime die Freiheit von Wissenschaft und Gedanken unterstützten, wurden an den Inquisitionsgerichten Europas die Menschen wegen ihrer Gedanken und ihres Glaubens zum Tode durch Verbrennen verurteilt.

Das Gerechtigkeitsverständnis der Muslimischen Führung war auch der Grund dafür, dass Juden und Christen trotz der Tatsache, dass es Gerichte gab, an denen ihre eigenen Gesetze galten wünschten, ihre Klagen vor einem Islamischen Gericht zu verhandeln. Als die Anzahl der Christen, die sich an Islamische Gerichte wandten zunahm, fühlte der nestorianische Patriarch Timasavus die Notwendigkeit, eine Mitteilung zur Warnung der Christen zu veröffentlichen.13

 

Die Basis dieser in der Geschichte beispiellosen Toleranz und Gerechtigkeit der Muslime ist selbstverständlich die Quranische Moral. In Gebieten unter Muslimischer Verwaltung, in denen die Quranische Moral praktiziert wurde, herrschten stets Sicherheit, Gerechtigkeit und Frieden. Die Regierungen, die das Glück der Bevölkerung und deren Wohlstand zum Ausgangspunkt nahmen, etablierten ein System, das zahlreichen nach ihnen kommenden Generationen zum Vorbild gereichte. Mit der Verbreitung der Quranischen Moral über die Islamische Welt, die Barmherzigkeit, Liebe, Gerechtigkeit, Verständnis, Bescheidenheit, Geduld, Opferbereitschaft und Selbstlosigkeit befiehlt, wird es möglich sein, eine Ordnung zu etablieren, in der sowohl Muslime wie auch Nicht-Muslime Ruhe und Sicherheit finden.

Und die unter euch, die großes Vermögen besitzen, sollen nicht schwören, ihren Verwandten und den Armen und denen, die auf Allahs Weg ausgewandert sind, nichts mehr zu geben, sondern Nachsicht üben und verzeihen,
Wünscht ihr nicht, dass Allah euch vergibt?...
(Sure an-Nur, 22)

 

Fussnoten

1. Sidney Fox, Klaus Dose, Molecular Evolution and The Origin of Life, W.H. Freeman and Company, San Francisco, 1972, S. 4

2. Alexander I. Oparin, Origin of Life, Dover Publications, NewYork, 1936, 1953 (Nachdruck), S. 196

3. "New Evidence on Evolution of Early Atmosphere and Life", Bulletin of the American Meteorological Society, Band 63, November 1982, 1328-1330

4. Stanley Miller, Molecular Evolution of Life: Current Status of the Prebiotic Synthesis of Small Molecules, 1986, S. 7

5. Jeffrey Bada, Earth, Februar 1998, S. 40

6. Leslie E. Orgel, "The Origin of Life on Earth", Scientific American, Band 271, October 1994, S. 78

7. Charles Darwin, The Origin of Species by Means of Natural Selection, The Modern Library, New York, S. 127

8. Charles Darwin, The Origin of Species: A Facsimile of the First Edition, Harvard University Press, 1964, S. 184

9. B. G. Ranganathan, Origins?, Pennsylvania: The Banner of Truth Trust, 1988, S. 7

10. Charles Darwin, The Origin of Species: A Facsimile of the First Edition, S. 179

11. Derek A. Ager, "The Nature of the Fossil Record", Proceedings of the British Geological Association, Band 87, 1976, S. 133

12. Douglas J. Futuyma, Science on Trial, Pantheon Books, New York, 1983, S. 197

13. Solly Zuckerman, Beyond The Ivory Tower, Toplinger Publications, New York, 1970, 75-14; Charles E. Oxnard, "The Place of Australopithecines in Human Evolution: Grounds for Doubt," Nature, Band 258, 389

14. "Could sci ence be brought to an end by sci en tist's be lief that they have fi nal ans wers or by so cie ty's re luc tance to pay the bills?" Scientific American, Dezember 1992, S. 20

15. Alan Walker, Science, Band 207, 7. März 1980, S. 1103; A.J. Kelso, Physical Antropology, 1, Ausgabe, J.B. Lipincott Co., New York, 1970, S. 221; M.D. Leakey, Olduvai Gorge, Band 3, Cambridge University Press, Cambridge, 1971, S. 272

16. Jeffrey Kluger, "Not So Extinct After All: The Primitive Homo Erectus May Have Survived Long Enough To Coexist With Modern Humans," Time, 23. Dezember 1996

17. S.J. Gould, Natural History, Band 85, 1976, S. 30

18. Solly Zuckerman, Beyond The Ivory Tower, S. 19

19. Richard Lewontin, "The Demon-Haunted World," The New York Review of Books, 9. Januar, 1997, S. 28

20. Malcolm Muggeridge, The End of Christendom, Grand Rapids: Eerdmans, 1980, S. 43

 

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